Die Finals – Berlin 2022 gehen in das Final-Wochenende. Auf Athletinnen und Athleten sowie Zuschauerinnen und Zuschauer wartet am Samstag ein voll gepacktes Programm in der Sportmetropole Berlin. Als letzte Sportarten nehmen die Trial-Radsportler und -Radsportlerinnen sowie die Ruderinnen und Ruderer ihre Wettkämpfe auf. Im Mittelpunkt stehen aber die Leichtathletik-Meisterschaften im Olympiastadion – und einige bekannte Namen.

Bereits um 10.30 Uhr beginnt am Samstag bei der Leichtathletik mit dem Hammerwerfen der Frauen die erste Medaillen-Entscheidung des Tages. Nach der unvergessenen Heim-WM 2009 und der EM 2018 an gleicher Stelle kehrt die Leichtathletik in ihr „Wohnzimmer“ zurück. Neben Titeln und Medaillen geht es in jeweils 18 Disziplinen für Frauen und Männer auch um Tickets für die Weltmeisterschaften in Eugene (USA; 15. bis 24. Juli) und die Europameisterschaften in München (15. bis 21. August).

Ein Höhepunkt bei den Männern ist der Stabhochsprung. Mit dem WM-Vierten Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) und dem Olympia-Neunten Oleg Zernikel (ASV Landau) springt ein DLV-Duo aktuell auf Weltklasse-Niveau. Unter „Norm-Druck“ stehen beide indes nicht. Sowohl die WM-Vorgabe von 5,80 Metern als auch die EM-Vorgabe von 5,75 Metern haben sie im Qualifikationszeitraum erfüllt.

Bei den Frauen richten sich die Blicke vor allem auf Gina Lückenkemper vom SCC Berlin. Zuletzt meldete sie sich mit starken 11,04 Sekunden beim Meeting in Wetzlar zurück und schaffte damit die WM-Norm (11,15). Aber auch Titelverteidigerin Alexandra Burghardt (LG Gendorf Wacker Burghausen) wird bei dieser Entscheidung mitreden wollen. Die Überraschungssiegerin des vergangenen Jahres will nach Problemen zu Saisonbeginn alles versuchen, um im Olympiastadion an den Start zu gehen.

Im Triathlon geht es am Samstag über die Sprint-Distanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) um die Titel bei den Frauen. Start ist um 10.15 Uhr im Strandbad Wannsee, der Zieleinlauf gegen 11.25 Uhr im temporär errichteten Stadion auf dem Olympischen Platz. Top-Favoritin ist die Olympia-Achte Laura Lindemann. Die gebürtige Berlinerin gewann bereits von 2017 bis 2019 den nationalen Titel. Die größten Herausforderinnen der 25-Jährigen ist Anabel Knoll. Knoll belegte vor drei Wochen beim Bundesliga-Rennen hinter Lindemann Rang zwei und hat zudem bei den beiden Rennen der World Triathlon Championship-Series in Yokohama und Leeds mit Top-10-Resultaten überzeugt. Achtung: Im Rahmen des Triathlons kommt es zwischen 7.00 und 12.00 Uhr zu Straßensperrungen zwischen dem Strandbad Wannsee und dem Olympischen Platz. Den genauen Streckenplan finden Sie hier.

Am Neptunbrunnen am Alexanderplatz beginnt um 10 Uhr Radsport Trial. Ab 11.45 Uhr sind die Damen gefordert. Top-Favoritin ist hier Nina Reichenbach, Die 23-Jährige aus Ötisheim, die für den TSV Bretten startet, ist der „Superstar“ ihrer Disziplin. Die viermalige Weltmeisterin ist national normalerweise ohne Konkurrenz. „Ich fühle mich richtig gut“, gab Reichenbach in dieser Woche zu Protokoll. Zur Meisterschaft reist sie mit der Empfehlung eines Weltcup-Sieges in Vic (Spanien) sowie dem souveränen Gewinn der Meisterschafts-Qualifikation vor einer Woche im sächsischen Thalheim (1000 Punkte). Platz zwei ging hier an Larena Hees (790/MSC Salzbödetal), vor Yara Körber (540/MSC Schatthausen)

Beim Schwimmen im Europasportpark (SSE) beginnt um 17.08 die dritte Final-Session.

Im Gerätturnen in der Max-Schmeling-Halle beginnen um 11.30 Uhr die ersten Finalentscheidungen bei Männern (Boden, Pferd, Ringe) und Frauen (Sprung, Stufenbarren). Bei den Männern dürften sich die Augen auch auf Marcel Nguyen richten. Der zweimalige Olympiazweite von London 2012 gab am vergangenen Wochenende beim World Challenge Cup im bulgarischen Varna sein internationales Comeback und war in Berlin Vorkampfbester an den Ringen (13,800 Punkte). Ein Kreuzbandriss im Vorjahr hatte den Unterhachinger den Einsatz bei den Spielen in Japan gekostet. Der 34-Jährige hat aber die Heim-EM in seiner Geburtsstadt München fest im Blick.

Im 3×3 Basketball (Neptunbrunnen) sind Männer und Frauen gefordert; die Frauen beenden gegen 15.20 Uhr mit dem Endspiel ihr Turnier. In der Rhythmischen Sportgymnastik (15 Uhr, Max-Schmeling-Halle) geht es um die Gerätefinals Einzel und den Mehrkampf Gruppe. Hier dominierte zuletzt die Potsdamerin Margarita Kolosov, die im Mehrkampf gestern nur zweite hinter Darja Varfolomeev. Kolosov hatte im vergangenen Jahr alle Titel in Mehrkampf, Ball, Reifen, Band und Keulen gewonnen. Neben den Einzel-Meisterschaften werden auch die der Gruppen ausgetragen. Hier räumte der TV Dahn 2021 alle drei Goldmedaillen ab.

Im Olympiapark und auf dem Olympischen Platz setzen Bogensport (ab 11.45 Uhr) und der Moderne Fünfkampf (ab 8.30 Uhr, Qualifikation Fechten) ihre Meisterschaften fort. Die Fünfkämpferinnen, die in Berlin nur einen Vierkampf absolvieren, werden zum abschließenden Laser-Run gegen 17 Uhr zum Zieleinlauf auf dem Olympischen Platz erwartet. Im Fechten (Olympiapark, Kuppelsaal, ab 9 Uhr) stehen zunächst Team-Wettbewerbe im Tagesplan.

An der City-Spree teilen sich Kanu-Rennsport und Rudern die Wettkampfstätte an East Side Gallery und Oberbaumbrücke. Ab 9 Uhr stehen zunächst bei freiem Eintritt die Sprint-Vorläufe im Kanu über 160 Meter an. Im Canadier ist Sebastian Brendel mit am Start. Der 34-Jährige ist dreimaliger Olympiasieger. Im Mixed-Wettbewerb am Donnerstag verpasste der Potsdamer als Vierter noch Edelmetall, dürfte aber im C1 ganz klar zu den Medaillenanwärtern gehören. Die Ruderer beginnen um 10 Uhr ihre Vorläufe. Eigens für die Finals wurde ein neues Format entwickelt. Gerudert wird auf zwei Bahnen über die für die Nationalmannschaftsathletinnen und -athleten unübliche 350-Meter-Sprintdistanz. Bei Männern und Frauen starten jeweils acht Einer und acht Zweier ohne. Im Para-Bereich haben zwölf Sportlerinnen und Sportler in drei Bootsklassen gemeldet. Der Modus sieht zunächst ein Zeitfahren vor, gefolgt von Viertel- und Halbfinals im K.-o.-System sowie den Finalläufen.

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