Wasserspringen ist eine der komplexesten Sportarten. Kraft, Koordination, Beweglichkeit und eine gehörige Portion Mut gehören dazu.
Im Wasserspringen gibt es zwei Disziplinen – das sogenannte Kunstspringen vom beweglichen 3m Brett, und das Turmspringen von der 10m Plattform.
Eine Sportart übrigens mit großer Tradition – bereits bei den dritten Olympischen Spielen der Neuzeit, 1904 in St.Louis stand Wasserspringen auf dem Programm. Im Jahr 2000 kamen zwei neue Disziplinen hinzu – das Synchronspringen von Brett und Turm, bei dem die Athlet*innen den gleichen Sprung direkt nebeneinander ausführen.

Wer beim Wasserspringen gewinnen will, muss schwierige Sprünge zeigen – und diese so perfekt wie möglich ausführen. Jeder einzelne Sprung besitzt dabei einen eigenen Schwierigkeitsgrad. Punktrichter bewerten die Ausführung mit Noten zwischen Null und 10. Die Summe der Noten wird dann mit dem Schwierigkeitsgrad multipliziert.

Die Top-Nation im Wasserspringen ist seit vielen Jahren China, wo das Springen von Brett und Turm neben Tischtennis zu den angesehensten Sportarten zählt.
In Deutschland gehört aktuell ein Berliner zu den Medaillensammlern auf der großen internationalen Bühne – Patrick Hausding. Der 32-Jährige ist Weltmeister, mehrfacher Europameister und hat 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Bronze vom 3m Brett geholt – das war seit 1912 keinem Deutschen mehr gelungen.
Patrick Hausding wird bei den FINALS 2021 in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark in Berlin gleich in mehreren Disziplinen an den Start gehen – sowohl vom schwingenden Brett als auch von der 10m Plattform. Wie auch die derzeit beste deutsche Wasserspringerin, Tina Punzel aus Dresden.
Besonders spannend – die Deutschen Meisterschaften im Wasserspringen gelten gleichzeitig als nationale Olympiaqualifikation, heißt – die Sieger der Finals 2021 können ihr Ticket für Tokio buchen.

Wusstest Du, dass 
  • die Springer*innen vom 10m Turm nur 1,5 Sekunden Zeit für bis zu 4 Salti haben…
  • die Athlet*innen aus 10m Höhe mit 60 km/h auf die Wasser-Oberfläche treffen…
  • alle Wasserspringer*innen immer ein kleines Tuch mit auf Brett und Turm nehmen, um sich vor einem Sprung komplett abzutrocknen, damit wird verhindert, dass bei den schnellen Drehungen die Hände beim Griff an Knie und Knöchel abrutschen können
  • die Wiege des modernen Wasserspringens in Deutschland liegt, die Halloren – Salzarbeiter im heutigen Sachsen-Anhalt – sprangen im 18. Jahrhundert zunächst als Erfrischung in die Saale, daraus entwickelten sich schnell die ersten Wettbewerbe vor Zuschauern