Klettersport – Olympic Combined, was ist das?

In Tokio wird die olympische Premiere des Klettersports über die Bühne gehen. Dort wird eine Art Dreikampf stattfinden, bestehend aus den drei Disziplinen Speed, Bouldern und Lead. Dieser Dreikampf wurde eigens für Olympia geschaffen und heißt deshalb „Olympic Combined“. Entsprechende Deutsche Meisterschaften wurden bereits 2018 und 2019 ausgetragen.

Beim Speed-Klettern geht es um Geschwindigkeit. Es treten immer zwei Athletinnen oder Athleten von oben gesichert gegeneinander an, der oder die Schnellere setzt sich durch. Die Routen sind 15 Meter hoch und bestehen aus weltweit standardisierten Griff- und Trittabfolgen. Bouldern ist Klettern in Absprunghöhe über Weichbodenmatten. Wer die meisten so genannten „Boulderprobleme“ mit den wenigsten Versuchen schafft, setzt sich durch. Leadklettern schließlich ist die klassische Disziplin. Am Seil gesichert geht es darum, in einer rund 20 Meter langen und sehr schwierigen Route so weit wie möglich zu kommen.

Der Wettkampf bei Olympic Combined läuft über zwei Runden: Qualifikation und Finale, die an unterschiedlichen Tagen stattfinden. Jede Athletin und jeder Athlet muss in allen drei Disziplinen starten. Die Abfolge ist festgelegt: Begonnen wird mit Speed, danach kommt Bouldern und als letzte Disziplin Lead. Die Platzierungen aus den einzelnen Runden werden multipliziert, daraus ergibt sich am Schluss die Gesamtplatzierung. Nach jeder Disziplin wird die Startreihenfolge geändert, die jeweils Führenden starten am Schluss.

Das neue Olympic-Combined-Format bedeutet für die Athleten eine große Herausforderung. Da nun drei verschiedene Disziplinen oft parallel trainiert werden müssen, hat sich das Trainingspensum noch einmal deutlich erhöht. Im Wettkampf sind dann sowohl Schnellkraft, als auch Maximalkraft und Ausdauer gefragt. Die Ressourcen müssen entsprechend geschickt eingesetzt werden.