Finaler Tag für Die Finals – Berlin 2022:  Bei erneut hochsommerlichen und schwülen Witterungsbedingungen präsentierte sich die Hauptstadt erneut als Sportmetropole. Mehr als 50 Entscheidungen standen am Sonntag im Programm.

Im Triathlon hielt Lasse Lührs (Ejot Team TV Buschhütten) die Konkurrenz in Schach und trotzte auch der Wärme. Nach 51:06 Minuten kam er nach 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen als Erster über die Ziellinie, gewann die Goldmedaille und löste auch die Fahrkarte zu den European Championships im August in München. „Es war sehr warm und drückend, die Luft hat begrannt. Trotzdem hat heute vieles bei mir gepasst. Die Atmosphäre hier direkt vor dem Olympiastadion ist schon sehr besonders“, sagte der neue Meister nach dem Zieleinlauf auf dem Olympischen Platz. Den zweiten Platz belegte Lasse Priester (HYLO Team Saar), der bis etwa 200 Meter vor dem Ziel mithalten konnte. Dritter wurde Henry Graf (DSW Darmstadt).

Nach den Frauen von Düsseldorf LFDY geht der Titel bei den Männern im 3×3-Basketball ebenfalls an Düsseldorf LFDY. Die U23-Mannschaft besiegte im Finale am Neptunbrunnen 3×3 Freiburg mit 21:16. „Jetzt wird eskaliert“, freute sich Leon Fertig, der im Finale mit neun Punkten erfolgreichster Werfer war und sich nun den Championship-Ring überstreifen darf. „Wir haben hart gefightet und zusammengehalten, den Ball gut bewegt“, analysierte Fertig und freute sich über die tolle Atmosphäre am Court in der City: „Das hat richtig Bock gemacht und Rückenwind gegeben.“

Erstmals sicherte sich im Fechten Julika Funke (FC Würth Künzelsau) den Titel mit dem Säbel. Im Finale besiegte sie ihre Trainingskollegin und Freundin Anna-Lena Bürkert. „Ich freue mich total, dass es diesmal geklappt hat“, sagte Funke. Fechten stand erstmals im Programm der Finals und hatte mit dem historischen Kuppelsaal eine ebenso geschichtsträchtige wie schöne Sportstätte. „Wir Fechter sind total stolz, dass wir uns hier präsentieren durften. Natürlich war es sehr heiß und schwül, das war aber eine gute Vorbereitung auf die WM in Kairo“, sagte Funke weiter. Der Titel im Degen Herren ging an Samuel Unterhauser (FC Tauberbischofsheim).

Am letzten Tag der Rhythmischen Sportgymnastik hatte die Gruppe des TV Dahn in beiden Handgerätfinals die Nase vorn. Die Mehrkampfsiegerinnen des Vortages und Titelverteidigerinnen an beiden Handgeräten ließen nichts anbrennen und holten sich mit 25,925 Punkten im Finale mit den Reifen und 22,725 Punkten mit drei Bändern und zwei Bällen die Titel.

Die Entscheidung im Rudern auf der City-Spree im Frauen-Zweier ohne war deutlich. Mit fast zwei Längen Vorsprung dominierten Lena Sarassa und Hannah Reif (Crefelder RC/RK am Wannsee) das Finale und freuten sich über Gold. „Wir freuen uns einfach, dass wir hier mitmachen konnten. Das ist ein sehr cooles Event und auch mal was anderes“, freut sich Sarassa. Im Männer-Einer-Finale siegte Max Appel (SC Magdeburg). „Es hat echt mega Spaß gemacht hier vor der Top-Kulisse“, sagte Appel. Im Para-Männer-Einer starteten Marcus Klemp (Olympischer RC Rostock) und Leopold Reimann (Rüdersdorfer RV Kalkberge) versetzt, entsprechend ihrer Klassifizierung. Nach 350 m war es Klemp, der als Erster die Ziellinie überquerte. Fazit von Sportdirektor Mario Woldt: „Die Finals sind wirklich eine tolle Veranstaltung und wir würden uns freuen, auch im kommenden Jahr mit an Bord zu sein.“

Am Finaltag im Bogensport  jubelten Clea Reisenweber und Florian Unruh (BSC BB Berlin, Recurve) und Abigail Meyer & Jan Hoffmann (SGi Ditzingen, Compound). Reisenweber/Unruh feierten ein ungefährdetes 6:0 (34-33, 38-35, 36-35) gegen Elena Idensen und Erik Linke (BSC BB Berlin). Für Reisenweber war es der zweite Titel in Berlin. „Ich habe mir nicht solche Gedanken darüber gemacht, dass ich hier zwei Titel gewinne, aber es ist immer schön zu gewinnen Es macht sehr viel Spaß mit Florian zu schießen. Man fühlt sich sicher, weil man weiß, dass Flo sehr stabil und sehr gut schießt und er eine große Ruhe mitbringt.“  Das Compund-Goldfinale zwischen Abigail Meyer und Jan Hoffmann (SGi Ditzingen) und Katharina Raab und Matthias Raab (Oberallgäuer Gauschützen) entwickelte sich vom ersten Pfeil an ausgeglichen. Am Ende entschied der letzte Pfeil und Ditzingen siegte 151:150.

Deutscher Meister im Modernen Fünfkampf wurde am Sonntag Marvin Dogue vom OSC Potsdam. In Berlin wurde diesmal nur ein Vierkampf aus Schwimmen, Fechten und dem abschließenden Laser-Run (Laufen, Schießen) ausgetragen. Hier lag im Ziel auf dem Olympischen Platz Dogue vorn. „Der Kopf ist heiß geworden, deshalb muss ich das Schießen noch ein bisschen verbessern. Ansonsten bin ich mit dem Wettkampf zufrieden“, sagte Dogue. Platz zwei belegte Pele Uibel (Wasserfreunde Spandau) vor Moritz Klinkert (SC Potsdam).

Im Kanu-Rennsport gingen die letzten Titel über die neu geschaffene Sprint-Distanz an Lisa Jahn (C1/Müggelheimer SC) und Max Lemke (K1/SC Potsdam). Auf der 160 Meter-Strecke an der City-Spree setzte sich Jahn mit einem Start-Ziel-Sieg gegen die Potsdamerin Annika Loske durch. Lemke schlug Tom Liebscher aus Dresden. „Wir Sportler sind froh, hier an der East Side Gallery zeigen zu dürfen, wie geil unser Sport ist“, sagte Lemke im ZDF.

Der Olympia-Zweite Lukas Dauser ist bei den deutschen Meisterschaften im Gerätturnen in der Berliner Max-Schmeling-Halle am Sonntag an seinem Spezialgerät Barren ohne Medaille geblieben. Der Mehrkampf-Meister aus Unterhaching musste sich nach mehreren Fehlern mit dem vierten Rang begnügen. Der Sieg ging an Philipp Herder aus Berlin mit 14,266 Zählern. Nick Klessing (Halle/Saale) siegte mit 14,350 Punkten am Sprung, Carlo Hörr (Schmiden) holte mit 13,833 Zählern Gold am Reck.  Die WM-Zweite Pauline Schäfer-Betz (Chemnitz) siegte an ihrem Spezialgerät Schwebebalken (13,866). Den zweiten Titel nach dem Erfolg am Stufenbarren holte sich die Stuttgarterin Kim Bui am Boden (13,400). 

Anna Elendt war am Samstag noch bei den Weltmeisterschaften im Schwimmen in Budapest am Start, am Sonntag gewann die 20-Jährige bei den Meisterschaften in Berlin in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark die Goldmedaille über 200 Meter Brust. In Ungarn hatte Elendt die Silbermedaille über 100 Meter Brust gewonnen. Isabel Gose vom SC Magdeburg, die ebenfalls in Ungarn den deutschen Schwimm-Verband vertreten hatte, siegte nach einer strapaziösen Anreise über 800 Meter Freistil.

In der Leichtathletik setzte sich im Weitsprung der Frauen wie erwartet Malaika Mihambo durch und wurde zum sechsten Mal deutsche Meisterin. Die Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin von der LG Kurpfalz siegte mit einer Weite von 6,85 Meter. „Heute hat noch nicht alles gepasst“, sagte Mihambo im ZDF, die zum Saisoneinstand bereits 7,09 Meter gesprungen war. Im Diskuswerfen der Männer holte sich Martin Wierig zum zweiten Mal nach 2019 die Goldmedaille. Der Hüne vom SC Magdeburg kam auf 64,25 Meter. Olympiasieger Christoph Harting aus Berlin wurde Vierter mit 59,91 Meter.

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