Tag zwei für Die Finals – Berlin 2022: Nach dem erfolgreichen Auftakt steigen am Freitag 3×3 Basketball, Bogensport, Moderner Fünfkampf, Rhythmische Sportgymnastik und Rudern in ihre Wettkämpfe ein. In der Sportmetropole Berlin dreht sich unter anderem am Olympischen Platz, in der City-Spree, am Neptunbrunnen oder am Brandenburger Tor alles um Gold, Silber und Bronze

Die Trendsportart 3×3 Basketball wird vom Frauen-Turnier eröffnet – Auftakt am Neptunbrunnen ist um 16 Uhr. „Im letzten Jahr haben wir schon tolle Bilder von unseren Pokal-Finalspielen bei ARD und ZDF gesehen. Mit den deutschen Meisterschaften in der Hauptstadt setzen wir in diesem Jahr noch einen drauf“, so DBB-Präsident Ingo Weiss. Zuschauen ist kostenfrei möglich.

Im Sommer 2021 feierte 3×3-Basketball bei den Olympischen Spielen in Tokio seine erfolgreiche und viel beachtete Premiere. Gespielt wird 3 gegen 3 auf einem offiziellen Halbfeld auf einen Korb. Das Spiel ist im Vergleich zum Streetball wesentlich schneller. Jedes Team hat nur zwölf Sekunden Zeit, um einen Angriff abzuschließen, also nur die Hälfte der Angriffszeit im Vergleich zum Basketball.

In der Finals-Arena auf dem Olympischen Platz direkt vor dem Olympiastadion werden am Freitag ab 13.40 Uhr die ersten Medaillenmatches im Bogensport ausgetragen. Knapp 400 Bogenschützinnen und -schützen, von der Schüler- bis zur Seniorenklasse, sind für Die Finals – Berlin 2022 gemeldet. Der Bogensport ermittelt erstmals nationale Titelträger im Mixed und Team in den Altersklassen des Recurve-, Compound- und Blankbogens. Bekanntester Starter ist Florian Unruh. Der Fockbeker gewann bei der EM in München Doppel-Silber (Einzel und Mixed). Nachdem er im EM-Mixed an der Seite von Michelle Kroppen glänzte, geht er in Berlin mit Clea Reisenweber für den BB BSC Berlin an den Start. Die Wettkämpfe können ohne Ticket besucht werden.

Die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Modernen Fünfkampf sind in diesem Jahr in Wirklichkeit ein Vierkampf: Die IDM wird im Format Fechten, Schwimmen, Laser-Run (Laufen & Schießen) mit entsprechenden Halbfinals und Finals durchgeführt. Am ersten Tag sind die Frauen dran, Auftakt ist um 8.30 Uhr, der erwartete Zieleinlauf auf dem Olympischen Platz gegen 16 Uhr. Den Titel vor einem Jahr an gleicher Stelle gewann Annika Schleu.

Die Rhythmische Sportgymnastik startet am Freitag (ab 8.30 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle mit dem Mehrkampf-Finale im Einzel. „Die Finals genießen bei uns einen sehr hohen Stellenwert“, sagte Isabell Sawade, die DTB-Teamchefin für die Rhythmische Sportgymnastik. So vorhersehbar wie noch 2021 sollten die Entscheidungen mit Ball, Reifen, Band und Keulen diesmal nicht werden. Damals dominierten die Potsdamerin Margarita Kolosov mit fünfmal Gold und Melanie Dargel (TG Worms) mit fünfmal Silber die Meisterschaften. Für die Gymnastinnen stellen die deutschen Meisterschaften bereits die erste Qualifikation für die WM vom 14. bis 18. September im bulgarischen Sofia dar. „Die Wettkämpfe werden WM-Charakter haben“, sagt Sawade. Tickets gibt es hier.

Beim Fechten (Kuppelsaal im Olympiapark, ab 8 Uhr) geht der zweite Wettkampftag mit dem Damendegen weiter. Danach geht es für die Herren auf die Planche – im Herrenflorett. Letzter Wettkampf ist das Team-Halbfinale. Der Deutsche Fechter-Bund erwartet auch seine Top-Athletinnen und -Athleten in Berlin, die bis Mitte der Woche noch bei den Europameisterschaften im türkischen Antalya am Start waren. Karten gibt es an der Tageskasse.

Im Gerätturnen (Max-Schmeling-Halle, ab 14.30 Uhr) suchen die Frauen ihre Mehrkampf-Meisterin. Wer live dabei sein möchte, bekommt hier noch Tickets. Aus dem Olympiateam von Tokio werden in der Hauptstadt alle Turnerinnen dabei sein. Die deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz (MTV Stuttgart) und die Chemnitzerin Pauline Schäfer werden sich allerdings nicht an allen Geräten zeigen. Beide hatten in den vergangenen Monaten eine längere Pause eingelegt und befinden sich noch im Formaufbau. Damit steigen im Mehrkampf die Chancen der beiden anderen Turnerinnen aus dem Tokio-Team. Die Kölnerin Sarah Voss würde sich gerne den Titel, den sie 2019 gewann und zuletzt an Seitz verlor, zurückholen. Die Stuttgarterin Kim Bui, die in Japan erstmals in ihrer langen Karriere ein olympisches Vierkampffinale erreicht hatte, stand zuletzt 2014 bei dieser Entscheidung ganz oben. Neben der Goldmedaille geht es für die Turnerinnen bereits um die Qualifikation für die European Championships vom 11. bis 21. August in München.

Im Kanu-Rennsport beginnen die Wettkämpfe an der City-Spree um 8.30 Uhr, mit den Vorläufen im Para-Kanu. Acht Sportlerinnen und Sportler werden im Verfolgungsrennen gegeneinander antreten. Da im Para-Kanu sehr unterschiedlich beeinträchtigte Sportler paddeln, hat Bundestrainer Andre Brendel zusammen mit seinem Team das Format „Verfolgungsrennen“ entwickelt. Die gemeldeten Sportler starten in Zeitabständen, die aus den Zeitabständen in den letzten Jahren ermittelt wurden.  Gleichzeitig gehört es bei diesem Format dazu, dass Männer und Frauen gegeneinander starten. Ebenfalls am Start sind die K2-Athleten (ab 13.18 Uhr). „Wir rechnen wieder mit vollen Zuschauerrängen in Berlin. Deswegen versucht sich jeder vor diesem Event auf der kurzen 160-Meter-Distanz noch einmal fit zu machen“, so DKV-Vizepräsident Karl Hauck.

Nach dem stimmungsvollen Auftakt der Kugelstoßerinnen setzt am Freitag die Leichtathletik ihre Meisterschaften mit der Entscheidung der Männer fort – ebenfalls vor historischer Kulisse und bei freiem Eintritt. David Storl (SC DHfK Leipzig) könnte vor dem Brandenburger Tor seinen zehnten DM-Titel gewinnen. Seinen ersten nationalen Freiluft-Titel holte der Leipziger vor elf Jahren in Kassel mit 20,35 Metern.  Allerdings ist dem Ex-Weltmeister die nationale Konkurrenz dicht auf den Fersen Mit 20,41 Metern führt Simon Bayer (VfL Sindelfingen) die deutsche Jahresbestenliste an. Mit Christian Zimmermann (Kirchheimer SC; 20,07 m) und Titelverteidiger Dennis Lukas (LG Idar-Oberstein; 20,06 m) wittern zwei weitere Athleten im Herzen der Hauptstadt ihre Titelchance. Was dem deutschen 20-Meter-Quartett aktuell noch fehlt, ist eine Norm für WM und EM. Dafür sind stattliche 21,10 bzw. 20,85 Meter gefordert.

Bei den Schwimmerinnen und Schwimmern im Europasportpark SSE sind wieder zwei Sessions angesetzt: am Vormittag die Vorläufe, ab 15.15 Uhr dann die Medaillenentscheidungen über zwölf Strecken. Trotz der parallel laufenden Weltmeisterschaften ist der Stellenwert der Meisterschaften auch in diesem Jahr hoch. Wichtig sind die Titelkämpfe vor allem für all diejenigen, die in diesem Jahr bislang noch keine Norm für die Europameisterschaften in Rom (Italien/11. bis 21. August) erreicht haben. So eröffnet sich beispielsweise dem früheren Welt-und Europameister Marco Koch eine weitere Chance über 200m Brust, nachdem er rund um den Jahreswechsel von einer Coronavirus-Infektion heftig ausgebremst worden war. Eintrittskarten erhalten Sie hier.

An der City-Spree gehen die Wettkämpfe im Speed-Kanu-Polo weiter – am Freitag mit dem Turnier der Frauen (ab 10.30 Uhr). Zunächst stehen sich KCNW Berlin und der 1. Meidericher KC gegenüber, danach der PSC Coburg und Rothe Mühle Essen. Ab 12 Uhr stehen sich die Sieger im Finale gegenüber. „Wir haben tolle Teams, die heiß auf diesen Wettkampf sind und unsere actiongeladene Sportart bestmöglich präsentieren werden. Nun wollen wir mit Speed-Polo die Besucher an der East Side Gallery und die Fernsehzuschauer aufs Neue begeistern“, sagte Julia Meyer, Ressortleiterin im Deutschen Kanu-Verband. Für Die Finals – Berlin 2022 wurde das Format extra neu geschaffen – das Tor befindet sich dabei zwei Meter über der Wasseroberfläche.

Nach dem Mixed Relay im Triathlon der Elite am Donnerstag sind am Freitag die Para-Triathleten in der Staffel gefordert. Start ist um 13 Uhr im Sommerbad Olympiastadion, die Zielankunft ist auch hier vor der beeindruckenden Kulisse im temporär errichteten Stadion auf dem Olympischen Platz gegen 14.15 Uhr.