Finals 2021 – die jungen Sportarten

3×3 Basketball und Klettern feiern in diesem Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio ihre Premiere. Weitere junge Sportarten drängen ins Rampenlicht: Bei den „Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr“ sind neben den Olympia-„Newbies“ auch Stand-Up-Paddling und Trial wie schon 2019 wieder mit am Start und wollen das größte nationale Sportereignis des Jahres als Bühne nutzen. 

Basketball in seiner klassischen Form wird bereits seit weit mehr als 100 Jahren gespielt. 3×3 Basketball (Sprich: Drei-icks-Drei-Basketball) hat erst seit knapp einem Jahrzehnt deutlich an Popularität gewonnen – und ist in diesem Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio erstmals als eine der neuen Sportarten im Programm. Anfang der 2010er-Jahre entwickelte der Basketball-Weltverband FIBA Streetball mit neuen Regeln weiter mit dem Ziel, eine weitere olympische Basketball-Disziplin an den Start zu bringen. 3×3 war geboren.  Eine Besonderheit: Im Spiel dürfen die Trainer nicht eingreifen. „Ja, es stimmt, die Rolle der Trainer ist eine andere. Ruft der Trainer im Spiel rein, gilt das als technisches Foul und wird bestraft“, erklärt Bastian Landgraf. Der 26-jährige Student ist mit seinem „Team Bielefeld“ im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark am Start und schätzt an der neuen Basketball-Variante die größere Schnelligkeit und höhere Körperlichkeit im Spiel. Fernziel für ihn sind die Olympischen Spiele – allerdings frühestens 2024 in Paris. „Olympia wäre ein großer Traum, aber man muss von Jahr zu Jahr schauen und dann sehen, was möglich ist“, sagt Landgraf. Die Frauen spielen vor den „Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr“ in Graz (26. bis 30. Mai) noch um die Olympiateilnahme in Tokio 2021.

Ebenfalls in Tokio wird die olympische Premiere des Klettersports über die Bühne gehen. Dort wird eine Art Dreikampf stattfinden, bestehend aus den drei Teil-Disziplinen Speed, Bouldern und Lead. Dieser Dreikampf wurde eigens für Olympia geschaffen und heißt deshalb „Olympic Combined”. Deutschland hat zwei der 40 Startplätze für Tokio erkämpft. Bei den „Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr“ stehen im Ruhrstadion in Bochum die Teildisziplinen Speed und Bouldern im Programm. Beim Speed-Klettern geht es um Geschwindigkeit. Es treten immer zwei Athletinnen oder Athleten von oben gesichert gegeneinander an, der oder die Schnellere setzt sich durch. Die Routen sind 15 Meter hoch und bestehen aus weltweit standardisierten Griff- und Trittabfolgen. Bouldern ist Klettern in Absprunghöhe über Weichbodenmatten. Wer die meisten so genannten „Boulderprobleme” mit den wenigsten Versuchen schafft, setzt sich durch.

Auf der Regattastrecke im Sportpark Duisburg werden die deutschen Meister im Stand-Up-Paddling, kurz SUP oder auch Stehpaddeln, ermittelt. Noch gilt SUP als junge Sportart, aber es wird bereits diskutiert, ob die beliebte Disziplin ebenfalls olympisch werden soll. Beim SUP bewegen sich die Sportler*innen auf einem speziellen Board stehend und mit einem Stechpaddel paddelnd auf dem Wasser vorwärts. Die Kombination aus Wellenreiten und Kanufahren ist ein relativ einfacher, schnell erlernbarer, aber trotzdem fordernder Sport, der in jedem Alter gleichermaßen betrieben werden kann. Die Leistungen der Profis unterscheiden sich indes deutlich von Hobbysportler*innen. Mit über 150 Schlägen die Minute erreicht die Weltklasse des Stand-Up-Paddlings eine Geschwindigkeit von bis zu 14,5 km/h. „Viele denken, Stand-Up-Paddling ist kein Leistungssport. Doch das Gegenteil ist der Fall – auch wenn es noch keine olympische Disziplin ist“, sagt Hannah Leni Krah. Die Wahl-Hannoveranerin, die für den TSV Rotation Dresden startet, gewann 2019 den Weltmeister-Titel der Juniorinnen und ist eines der Gesichter dieser jungen Sportart, die sich im Rahmen der „Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr“ präsentieren will.

Wie schon 2019, bei der Premiere der Finals, ermitteln die Trial-Radsportler im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ihre Sieger. Beim Trial fährt man mit dem Fahrrad über Hindernisse, ohne dabei den Fuß auf dem Untergrund abzusetzen. Das geht so ziemlich überall, egal ob draußen in der Natur, in der Stadt oder sogar im Indoorbereich mit speziell aufgebauten Strecken (Sektionen). Bei der Auswahl der Hindernisse ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt – sei es der Findling im Park oder die Mauer des Nachbarn. Bei den Fahrer*innen ist Konzentration, Geschicklichkeit, Kraft und Mut gefragt, um mit dem Rad über die verschiedenen Hürden zu springen und zu hüpfen, ohne dabei die Balance zu verlieren. „Die Meisterin der Steine“ – so bezeichnete sie die Frankfurter Allgemeine Zeitung – ist Nina Reichenbach vom TSV Bretten. Die 22-Jährige gewann vor zwei Jahren in Berlin die Premiere, ist darüber hinaus 4-fache (und aktuelle) Weltmeisterin. Trotz ihrer überragenden Erfolge und Dominanz im Trial ist ihr Sport noch in einer Nische. „Ja, Trial ist immer noch sehr exotisch. Außer meinem Freundeskreis kennt die Sportart eigentlich fast niemand“, sagt Reichenbach, die die Bühne „Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr“ als Werbung für ihren Sport nutzen möchte.