Die Finals 2021: Die Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten, mit Zuschauern und vielen spannenden Entscheidungen

Die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Rahmen der Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr können mit bis zu 2.000 Zuschauern ausgetragen werden. Die Titelkämpfe – gleichzeitig letzter Showdown für die Tickets zu den Olympischen Spielen – finden vom 4. bis 6. Juni in Braunschweig statt. Das Eintracht-Stadion war bereits im Vorjahr Schauplatz der Meisterschaften – damals aufgrund der Corona-Pandemie komplett ohne Besucher.

Die begrenzte Rückkehr von Zuschauern gilt an den beiden Finaltagen Samstag und Sonntag. Dafür hat die niedersächsische Landesregierung jetzt den Weg frei gemacht. „Wir wollen mit den deutschen Meisterschaften in Braunschweig ein Modellprojekt auf den Weg bringen, um Sportveranstaltungen vor Publikum mit einem guten, umfassenden und strengen Hygienekonzept perspektivisch wieder zu ermöglichen“, wird der Innenminister Boris Pistorius (SPD) in einer Mitteilung seines Ministeriums zitiert. „Wenn wir das Projekt in Braunschweig jetzt erfolgreich durchführen, kann das den Weg für weitere Schritte für die Zeit nach den Sommerferien freimachen und die Tür zur Normalität weiter öffnen.“

Voraussetzungen für den Einlass in das Eintracht-Stadion für die bis zu 2.000 Besucher sind ein negativer Corona-Test, eine vollständige Impfung oder die Genesung von einer Corona-Infektion. Grundsätzlich sollen primär Personen aus dem Land Niedersachsen ein kostenfreies Ticket erhalten. Insbesondere werden dabei „Corona-Helden“, die während der Pandemie im Einsatz waren, bedacht. Hinzu kommen ehrenamtliche Helfer aus Leichtathletik-Vereinen und dem Breitensport sowie aus Wohlfahrtsverbänden. Unter anderem wird der Niedersächsische Leichtathletik-Verband (NLV) mögliche Interessenten vermitteln.

Bei den Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr geht es für Deutschlands Top-Leichtathleten in Braunschweig neben den Titeln auch um die Fahrkarten zu den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August). Die Deutschen Meister 2021 werden bei Erfüllung der Olympianorm im Nominierungszeitraum vorrangig vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für die Olympischen Spiele nominiert. Eröffnet werden die Wettbewerbe der Leichtathleten am Freitag, 4. Juni, exklusiv mit dem Stabhochsprung der Frauen. Am 5. Juni stehen unter anderem die Entscheidungen im Stabhochsprung und über 100 Meter der Männer sowie im Hochsprung und im Speerwurf der Frauen an. Am 6. Juni folgen unter anderem die Finals über 200 Meter der Männer und im Weitsprung der Frauen.

Im Weitsprung der Frauen will sich Weltmeisterin Malaika Mihambo zum fünften Mal in Folge den Titel holen. Die 27-Jährige von LG Kurpfalz – 2019 und 2020 Deutschlands „Sportlerin des Jahres“ – sucht allerdings in dieser Freiluft-Saison noch nach ihrer Top-Form. Ein Satz über die magische 7-Meter-Marke ist Mihambo noch nicht gelungen (Stand: 22.5.2021). Mit verkürztem Anlauf siegte die Weltmeisterin im Vorjahr im Braunschweiger Eintracht-Stadion mit 6,71 Meter – sicher mehr als ein gutes Omen.

Bereits in Top-Form präsentieren sich dagegen Deutschland Speerwerfer, die seit Jahren die Weltspitze bestimmen. Johannes Vetter, Weltmeister 2017, schleuderte den Speer in dieser Saison bereits in Serie über die 90-Meter-Marke. Zuletzt glänzte der 28-Jährige von der LG Offenburg mit 94,20 Meter in Ostrava. In Braunschweig wird Vetter voraussichtlich wieder auf Thomas Röhler treffen. Der Olympiasieger vom LC Jena hatte zuletzt aufgrund von Rückenproblemen pausiert, will aber in Braunschweig in den Titelkampf eingreifen.

Besondere Spannung verspricht wie schon in den vergangenen Jahren das Diskuswerfen der Männer. Mit Clemens Prüfer (SC Potsdam/67,41 Meter), David Wrobel (SC Magdeburg/67,30) und Daniel Jasinski (TV Wattenscheid/66,39) erfüllten nach Olympiasieger Christoph Harting (SCC Berlin) und Martin Wierig (SC Magdeburg) in dieser Saison bereits drei weitere Athleten im Nominierungszeitraum die Olympia-Norm (66,00). Allerdings kann der Deutsche Leichtathletik-Verband nur drei Tickets für die Olympischen Spiele in Tokio vergeben. Hierbei werden vorrangig die Leistungen aus 2021 berücksichtigt – und der Meister von Braunschweig darf sich sicher über ein Flugticket freuen.