Die Finals, 06.06.2021

Finaler Tag bei den „Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“: Am Sonntag werden in der Sportmetrople Berlin, im Sportland.NRW und bei den Leichtathletik in Braunschweig die letzten Titel der zweiten Auflage des Multisport-Events vergeben. Insgesamt geht es in  18 Sportarten um 140 Deutsche Meistertitel. 

Leichtathletik

Deutschlands zweimalige Sportlerin des Jahres hat bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig souverän ihren vierten Titel in Folge im Weitsprung gewonnen, mit 6,62 Meter blieb Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz aber klar hinter ihrer Saisonbestweite von 6,68 zurück und wartet weiter auf den ersten Sieben-Meter-Sprung des Jahres. Speerwerfer Thomas Röhler muss nach seiner Aufgabe am Samstag gar um seine Reise zu den Olympischen Spielen bangen. Der Thüringer hat seit 2019 keine Weite mehr vorzuweisen, nachdem er 2020 pausierte und nun sein Comeback abrupt beendet wurde. Trotzdem bleibt der Goldmedaillengewinner von Rio 2016 zuversichtlich. „Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, wir haben entschieden, wir gehen kein Risiko ein. Das wirft mich kein Stück zurück“, betonte er. Röhler hofft dennoch auf eines der drei Tokio-Tickets für die Speer-Asse. Als gesetzt gilt Olympia-Favorit Johannes Vetter (Offenburg/96,29), der in Braunschweig verletzt fehlte. Mehr

Schwimmen

Zum Abschluss der Deutschen Meisterschaften sorgte Olympiateilnehmer Henning Mühlleitner (Neckarsulmer Sport-Union) für einen weiteren Höhepunkt in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE). In starken 3:48,39 Minuten holte er sich den Titel über 400m Freistil, auch wenn Oliver Klemet (SG Frankfurt/3:48,81) und Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover/3:50,00) lange gut mithielten. „Das hat Spaß gemacht im Finish. Ich bin ziemlich zufrieden mit der Zeit“, sagte Mühlleitner. Überzeugende Auftritte zeigten am Sonntag auch Annika Bruhn (Neckarsulmer Sport-Union/54,60 Sekunden) und Damian Wierling (SG Essen/49,32) bei ihren Erfolgen über 100m Freistil. „Ich fand es total beeindruckend, bei den Finals auch mal die Wasserspringer*innen zu sehen. Wir konnten auch Kontakte knüpfen, ich habe am Freitag zum Beispiel mit Timo Barthel das ,Duell der Giganten‘ gemacht, wo wir gegeneinander geschwommen und gesprungen sind, das hat auf jeden Fall Spaß gemacht“, sagte Wierling. Mehr

Gerätturnen

Mehrkampfsieger Lukas Dauser aus Unterhaching hat sich am letzten Tag der Deutschen Meisterschaften in Dortmund am Barren einen weiteren Titel gesichert. Mit 15,70 Punkten dominierte der Bronzemedaillengewinner der Europameisterschaften von Basel im April an den beiden Holmen die Konkurrenz deutlich. Erstmals bei den Aktiven ganz oben stand nach dem Sprung der Cottbuser Leonard Prügel (13,40). Der Stuttgarter Carlo Hörr (14,10) schaffte Gleiches am Reck. Bei den Frauen sicherte sich die Kölnerin Sarah Voss nach dem Sieg am Sprung (13,566) noch den Titel am Schwebebalken (13,666). Am Boden nutzte die Chemnitzerin Lisa Zimmermann, die kurzfristig als Nachrückerin in die Entscheidung gekommen war, mit 12,933 Punkten die Chance auf einen ersten Titel. Mehr

Kanu

Ronald Rauhe (KC Potsdam) musste sich nach seiner Niederlage im Kanu-Parallelsprint im Rahmen der Finals gegen Kostja Stroinski (KRV Berlin) kurz durchs Gesicht wischen. Bei der Siegerehrung vor der Tribüne der Wedau-Bahn in Duisburg packten Rauhe die Gefühle noch einmal richtig. Diese Finals waren der Abschied für den 39-Jährigen und damit auch sein letzter Auftritt in seinem „Wohnzimmer“, der Regattabahn in Duisburg. „Dabei wollte ich gar nicht emotional werden“, sagte der frisch gebackene Europameister im Vierer-Kajak, der für die Deutschen Meisterschaften am Sonntag extra die 800 Kilometer nach Duisburg gefahren war. Der kleine Traum vom erneuten Gold bei den Finals und im letzten Karrierejahr erfüllte sich nicht. Doch der Olympiasieger von 2004 fühlte sich von einem würdigen Gegner geschlagen: „Wenn ich es einem gönne, dann ihm. Kostja kommt aus dem Verein, in dem ich groß geworden bin“, beschrieb der gebürtige Berliner seine Gefühlsage. Trotz der Strapazen und der Niederlage genoss Rauhe das Rennen auf der Wedau-Bahn und den Auftritt bei den Finals 2021: „Es ist völlig okay, wie das ausgegangen ist. Ich bin froh, dass wir die Finals fahren konnte.“ Bei den Canadier-Frauen sicherte sich Sophie Koch (Karlsruhe) den Titel. Mehr

Moderner Fünfkampf

Nachdem Fabian Liebig bei den Finals 2019 in Berlin erstmals Deutscher Meister wurde, konnte der Potsdamer am Sonntag bei den Finals 2021 seinen Titel im Hanns-Braun-Stadion erfolgreich verteidigen und Selbstbewusstsein tanken für die Weltmeisterschaften im Laufe der Woche in Ägypten. Liebig verwies Fernand Mitterrand und Jan Kauffmann auf die Plätze zwei und drei. Im finalen Laserrun startete Liebig mit zehn Sekunden Rückstand auf den bis dahin führenden Kauffmann. Doch schon nach dem zweiten Schießen zog Liebig vorbei und brachte den Sieg ganz überlegen ins Ziel.

Triathlon

Tim Hellwig (DJK SG St. Ingbert) hat sich bei den Deutschen Triathlon-Meisterschaften der Elite über die Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) in Berlin, ausgetragen im Rahmen der Sportgroßveranstaltung „Finals 2021 – Berlin I Rhein-Ruhr“, den Titel bei den Männern gesichert. Er setzte sich nach 50:43 Minuten vor Justus Nieschlag (Lehrter Sportverein/+ 8 Sekunden) und Henry Graf (Triathlon Team MTV Kronberg/+12) durch. „Es ist ein kleines Trostpflaster für die verpasste Olympia-Qualifikation. Ich habe mir vorgenommen, hier von Anfang an gut zu performen. Das hat von Beginn an gut geklappt“, sagte der neue Deutsche Meister. Mehr

Wasserspringen

Erstmals seit 2011 hat Patrick Hausding zusammen mit Timo Barthel (SV Halle) im Rahmen der Finals die deutsche Meisterschaft im Turm-Synchronspringen gewonnen. Für Rekord-Europameister Hausding war es der 47. nationale Titel. Bei der EM in Budapest hatte das Paar bereits Bronze geholt, in Berlin überboten sie das dortige Ergebnis sogar zweimal. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Hausding. „Wir haben eine kurze Turmkarriere bis jetzt, das war erst unser dritter richtiger Wettkampf zusammen.“ Mehr

Trial

Junioren-Weltmeister Oliver Widmann aus Ludwigsburg hat bei den deutschen Meisterschaften in Berlin erstmals den Titel in der Elite-Kategorie gewonnen. Der 19-Jährige dominierte am Sonntag den Wettkampf im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in der 26-Zoll-Klasse. Mit 330 Punkten siegte Widmann nach den drei Durchgängen in drei Sektionen überlegen vor Raphael Zehenter und Andreas Strasser (beide 260). „Der Titel ist etwas ganz besonderes für mich. Ich habe so viel trainiert, hatte einen schweren Winter mit meinen Verletzungen und freue mich jetzt einfach über den ersten Titel bei der Elite“, sagte der neue Meister in der ARD.

Tischtennis

Borussia Düsseldorf hat nach der Champions League und dem TTBL-Pokal im Rahmen der „Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“ auch die deutsche Mannschafts-Meisterschaft gewonnen und damit das Triple geschafft. Das Team um Rekord-Europameister Timo Boll besiegte Titelverteidiger 1. FC Saarbrücken mit 3:1 und wiederholte damit das Ergebnis aus dem Champions-League-Finale. Den entscheidenden dritten Punkte holte der Schwede Anton Källberg gegen den Slowenen Darko Jogic. Für Düsseldorf ist es die 31. Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Thomas Schmidberger von Borussia Düsseldorf gewann das Finale im Para-Tischtennis gegen Thomas Brüchle. Der 29-Jährige Schmidberger siegte in drei Sätzen (11:6, 11:3, 11:8). „Ich habe 19 Monate nur trainiert und wusste überhaupt nicht, wo ich stehe. Da macht es jetzt umso mehr Spaß wieder zu spielen”, sagte der dreifache Einzel-Europameister. Mehr

Bogenschießen

Jennifer Weitsch (Compound Frauen), Sebastian Hamdorf (Compound Männer) und Mario Oehme (Para Recurve Open) heißen die Sieger zum Abschluss des Deutschland-Cups im Rahmen der Finals. Bei den Frauen siegte Weitsch (1. Berliner Bogenschützen) gegen Claudia Klingner (Pro Sport Berlin 24) mit 138:132. Bronze ging an Marie Marquardt (BSC Wannsee 1996), die sich 130-122 gegen Caroline Haras (SV Weil im Schönbuch) durchsetzte. Sebastian Hamdorf (BSG Garbsen) setzte sich im Finale gegen Marcus Laube (BSG Garbsen) denkbar knapp mit 146:145. „Es ist immer schön, Marcus zu schlagen. Es war das erwartete Match auf Augenhöhe“, sagte Hamdorf. Dritter wurde Henning Lüpkemann (BSG Garbsen) durch ein 145-143 gegen Sebastian Siemandel (SV Oberdachstetten). Der hoch dekorierte Bogenschütze Mario Oehme (BSG Thüringen/Gera) schoss sich zum Deutschland Cup-Sieger in der Para Recurve Open-Klasse. Der zweifache Paralympics-Sieger (1996 Team-Gold, 2004 Einzel-Gold) setzte sich im Goldfinale mit 7:3 (24-23, 24-22, 24-28, 19-19, 26-24) gegen Carmelo Gangarossa (BRS Gersweiler) durch  Bronze ging an Andreas Kretzer (BSG Osterholz-Scharmbeck) nach einem 6:4 gegen Ines Krehbiel (SV Schopp). Mehr

Stand-up-Paddling

Noelani Sach (Hamburger Einzelpaddler) hat bei den Finals auf der Wedau in Duisburg den Titel bei den Frauen gewonnen. Im Finale über 160 Meter besiegte sie Tanja Ecker (KS Löhr). Sach hatte 2019 schon mit dem Stand-Up-Paddling aufgehört und war erst vor drei Wochen zurück auf das Brett gestiegen. „Eigentlich war ich in meiner Ausbildung voll drin, aber als ich die Einladung bekam, dachte ich mir: Ich nehme mal teil und gebe nochmal Gas”, sagte die neue Deutsche Meisterin in der ARD.  Anne de Boer vom Mündener KC wurde Dritte.

3×3 Basketball

Das Team Düsseldorf hat bei den Finals in Berlin den 3×3-Pokal gewonnen. Die junge Form des Basketballs in in diesem Jahr erstmals bei den Olympischen Spielen im Programm – allerdings ohne deutsche Beteiligung. Die Rheinländer setzten sich nach mehreren Führungswechsln im Rahmen der „Finals 2021“ gegen Bielefeld mit 21:19 durch. Jacob Mapuya setzte den Schlusspunkt  – beim 3×3 ist ein Spiel entweder nach Ablauf der zehn Minuten Spielzeit oder nach dem 21. Punkt einer Mannschaft beendet. Das umkämpfte Finale der Damen gewann Hannover mt 21:16 gegen Düsseldorf. Hier sorgte Katharina Müller für den entscheidenden Punkt. Mehr

Bild: Der neue Trial-Meister Oliver Widmann. Foto: Andreas Gester