Sport feiert emotionale Rückkehr auf die große Bühne - Athletinnen und Athleten wünschen Fortsetzung 2022

Die Finals, 06.06.2021

Der deutsche Sport ist nach der langen corona-bedingten Zwangspause erfolgreich auf die große Bühne zurückgekehrt. Beim Multi-Sportevent „Die Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr“ zeigten Athletinnen und Athleten aus 18 Sportarten vor einem Millionen-Publikum und teilweise erstmals wieder vor Zuschauer*innen in den Sportstätten Top-Leistungen und noch mehr Emotionen. 140 Deutsche Meistertitel wurden an den vier Wettkampftagen vergeben, einige Fachverbände nutzten die Meisterschaften gleichzeitig als Olympia-Qualifikation.

Junge Sportarten wie das 3x3-Basketball, Klettern und Karate, die alle in diesem Jahr ihre Olympia-Premiere feiern, rückten auch national erstmals in den Fokus. Für „Die Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“ hatten das Sportland.NRW, die Sportmetropole Berlin sowie ARD und ZDF ihre Kräfte gebündelt, um zum zweiten Mal nach der sehr erfolgreichen und preisgekrönten Finals-Premiere 2019 in Berlin eine Neuauflage auf die Beine zu stellen.

Tim Hellweg, Deutscher Meister Triathlon Sprintdistanz Elite 2021 im Rahmen der Finals: „Es ist ein super Gefühl hier bei den Finals, eine tolle Medienpräsenz, ein top organisiertes Event. Das war ein schöner Tag für mich und wurde mit dem Deutschen Meistertitel belohnt. Im nächsten Jahr bin ich bei den Finals auf jeden Fall wieder dabei. Es waren jetzt ja schon ein paar Zuschauer wieder dabei und im nächsten Jahr hoffe ich wieder auf volle Tribünen und viele Menschen am Streckenrand.“

Gesa Felicitas Krause hat bei den Leichtathleten, die im Rahmen der Finals ihre Deutschen Meisterschaften in Braunschweig austragen, das 3.000-Meter-Hindernis-Finale gewonnen und ihren sechsten Deutschen Meistertitel auf dieser Strecke gewonnen: „Ich hatte letztes Jahr nicht die beste Saison und deswegen habe ich mich gefreut, dass ich nun wieder in Braunschweig starten konnte. Der Lauf hat sehr viel Spaß gemacht. Es war schön, wieder vor Publikum zu laufen und die Stimmung war klasse Die Finals sind eine großartige Plattform, weil sie allumfassend sind und einen Hauch von Olympia verbreiten.“

ARD und ZDF läuteten mit den Finals knapp 50 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio sowie kurz vor der Fußball-Europameisterschaft den Sportsommer 2021 ein. Die beiden Sender zeigten mehr als 25 Stunden in ihren Programmen und begleiteten „Die Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr“ intensiv im Internet mit zusätzlichen Live-Stream-, Social-Media und News-Angeboten. Über 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den zwölf Produktionsstandorten mit über 160 Kameras sorgten für einen reibungslosen Ablauf und emotionsgeladene Bilder des deutschen Sports.

Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die Finals Berlin / Rhein-Ruhr 2021 waren ein wunderbarer Schritt zurück in eine gewisse Normalität auch bei Sportveranstaltungen. Ich freue mich sehr für die Sportlerinnen und Sportler, danke allen Verbänden für die großartigen Wettbewerbe und unseren Partnern von ARD und ZDF für die breite Berichterstattung. Die Bilder aus den unterschiedlichen Venues waren begeisternd. Wir waren sehr gerne gemeinsam mit dem Land Berlin Gastgeber der Finals im Sportland.NRW.“

Aleksander Dzembritzki, Staatssekretär für Sport des Landes Berlin: „Die letzten Tage haben uns wieder Zuversicht gegeben und gezeigt, dass die Pandemie den Sport nicht in die Knie zwingen konnte. Insbesondere freue ich mich über die Begeisterung der Athletinnen und Athleten bei diesen zweiten erfolgreichen Finals in Berlin. Es war an allen Orten zu spüren, wie wichtig das gesamte Projekt Die Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr ist. Mit dieser frischen Motivation blickt die Sportmetropole Berlin optimistisch in die Zukunft. Wir werden in den kommenden Monaten unsere vielen aktiven Sportvereine dabei unterstützen, wieder zu alter Stärke zurückfinden.“

Axel Balkausky, ARD-Sportkoordinator: „Wie schon vor zwei Jahren haben ARD und ZDF gemeinsam einen sehr großen produktionellen und redaktionellen Aufwand betrieben, um die Finals in diesem Umfang möglich zu machen. Und aus meiner Sicht war das genau richtig und wichtig, dass wir dieses Projekt erneut mit diesem großen Engagement der Öffentlich-Rechtlichen umgesetzt haben: Es waren und sind tolle und beeindruckende Bilder aus Berlin, der Rhein-Ruhr-Region und aus Braunschweig, in denen uns die Sportlerinnen und Sportlern wie 2019 mitreißen und begeistern. Auch die große Vielfalt, die wir im Programm der Finals wieder bieten können, ist großartig und zeigt die ganze Breite des nationalen Sports, über die wir uns gerade in einer Zeit wie der aktuellen besonders freuen. Schließlich konnten wir auf diese Weise viele Sportarten, die während der Corona-Pandemie immer wieder das Nachsehen hatten, endlich wieder einmal ‚sichtbar‘ und für viele Zuschauerinnen und Zuschauer zugänglich machen.“

Thomas Fuhrmann, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Sport: „Wir haben großartige sportliche Leistungen bei der 2. Auflage der Finals gesehen. Produktionell und programmlich war das eine gelungene Generalprobe für Olympia und macht Lust auf mehr - der große Sportsommer kann kommen. Die Quote ist am Samstag merklich gestiegen, über zwei Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer bei der Leichtathletik sind ein schöner Erfolg, insgesamt bin ich mit der Resonanz zufrieden. Wir sind in guten Gesprächen für 2022, dann hoffentlich wieder mit Publikum. Die Konzentration auf eine Stadt oder eine Region erleichtert die Umsetzung der Finals.“

Nach der Premiere 2019 in Berlin und der Absage 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie fanden „Die Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr“ erstmals über vier Tage statt. In Nordrhein-Westfalen wurden Wettkämpfe im Gerätturnen und Rhythmische Sportgymnastik in der Westfalenhalle in Dortmund, Karate, Taekwondo und Tischtennis in der Helmut-Körnig-Halle in Dortmund, Kanu, Kanupolo und Stand-Up-Paddling auf der Regattabahn im Sportpark Duisburg, Reiten auf Schloss Wocklum in Balve sowie Klettern (Speed und Bouldern) integriert in die Ruhr Games in Bochum ausgetragen.

Das Sportprogramm in Berlin umfasste Wettkämpfe im Bogensport, Modernen Fünfkampf und Triathlon im Olympiapark Berlin (mit dem Triathlon-Start im Strandbad Wannsee), 3x3 Basketball und Radsport Trial im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark sowie Schwimmen und Wasserspringen in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE). In den Sportarten Bogensport, Tischtennis und Triathlon waren Para-Athletinnen und Athleten integriert bzw. wurden Para-Wettbewerbe ausgetragen. Die Deutschen Meisterschaften der Leichtathletik wurden in Braunschweig ausgetragen.

Für die Athletinnen und Athleten boten „Die Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr“ aufgrund der vielen abgesagten Wettkämpfe seit Beginn der Corona-Pandemie einen wichtigen Leistungsvergleich auf allerhöchstem Niveau und in vielen Fällen die Möglichkeit der Olympia-Qualifikation. Junge Sportarten konnten sich dank der umfangreichen Übertragungen in ARD und ZDF erstmals einem großen Publikum präsentieren.

Alfons Hölzl, Präsident Deutscher Turner-Bund: „Der Deutsche Turner-Bund zieht ein überaus positives Fazit der diesjährigen Finals. Die starken sportlichen Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik sowie im Gerätturnen durch hochmotivierte Athletinnen und Athleten belegen, wie wichtig derartig hochwertige Wettkämpfe für die Aktiven nach der langen Pandemie-Zeit sind. Die große mediale Resonanz zeigt einmal mehr, dass die Finals 2021 Berlin | Rhein-Ruhr das richtige Konzept für den Sommersport darstellen und der DTB mit seinen Turnsportarten dieses zurecht unterstützt.“

Dr. Olaf Tabor, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Alpenvereins: „Die Beteiligung der Sportart Klettern an den Finals 2021 ermöglicht den deutschen Top-Kletterern erstmals ihren Sport auf einer einzigartigen nationalen Bühne zu präsentieren. Als eine von 18 Sportarten ist das Klettern mit zwei Deutschen Meisterschaften in den Disziplinen Speed und Bouldern dabei. Durch die Finals 2021 wird die Breite des deutschen Sommersports sichtbar und mit unseren Wettkämpfen kommt jetzt auch die Vertikale als zusätzliche Dimension hinzu. Gleichzeitig ist die mediale Präsenz des Klettern bei ARD und ZDF sowohl Vorbereitung als auch Generalprobe für die Premiere unseres Sports bei den Olympischen Spielen in Tokio. Insgesamt eine wertvolle Erfahrung für eine so junge Sportart wie Klettern und für die Aktiven ein außergewöhnliches Erlebnis."

Hagen Boßdorf, Geschäftsführer der Finals GmbH: „In diesem Jahr waren Die Finals vor allem ein Fernsehevent. ARD und ZDF haben mit der Produktion und Ausstrahlung dieser vielen Wettbewerbe großartiges geleistet. Die Finals 2021 konnten zudem stattfinden, weil die beiden Länder Berlin und Nordrhein-Westfalen mit ihrem starken Engagement für den Sport die Austragung dieser Meisterschaften möglich gemacht haben. Nur mit der Atmosphäre begeisterter Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort entfaltet ein Format wie Die Finals seine ganze Faszination.  Daran wollen wir 2022 und 2023 anknüpfen und prüfen gerade im Auftrag von ARD und ZDF die Umsetzung der Finals in den kommenden Jahren.“


Die Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr: Finaler Tag der Finals - Emotionaler Abschied für Rauhe

Die Finals, 06.06.2021

Finaler Tag bei den „Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“: Am Sonntag werden in der Sportmetrople Berlin, im Sportland.NRW und bei den Leichtathletik in Braunschweig die letzten Titel der zweiten Auflage des Multisport-Events vergeben. Insgesamt geht es in  18 Sportarten um 140 Deutsche Meistertitel. 

Leichtathletik

Deutschlands zweimalige Sportlerin des Jahres hat bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig souverän ihren vierten Titel in Folge im Weitsprung gewonnen, mit 6,62 Meter blieb Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz aber klar hinter ihrer Saisonbestweite von 6,68 zurück und wartet weiter auf den ersten Sieben-Meter-Sprung des Jahres. Speerwerfer Thomas Röhler muss nach seiner Aufgabe am Samstag gar um seine Reise zu den Olympischen Spielen bangen. Der Thüringer hat seit 2019 keine Weite mehr vorzuweisen, nachdem er 2020 pausierte und nun sein Comeback abrupt beendet wurde. Trotzdem bleibt der Goldmedaillengewinner von Rio 2016 zuversichtlich. „Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, wir haben entschieden, wir gehen kein Risiko ein. Das wirft mich kein Stück zurück“, betonte er. Röhler hofft dennoch auf eines der drei Tokio-Tickets für die Speer-Asse. Als gesetzt gilt Olympia-Favorit Johannes Vetter (Offenburg/96,29), der in Braunschweig verletzt fehlte. Mehr

Schwimmen

Zum Abschluss der Deutschen Meisterschaften sorgte Olympiateilnehmer Henning Mühlleitner (Neckarsulmer Sport-Union) für einen weiteren Höhepunkt in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE). In starken 3:48,39 Minuten holte er sich den Titel über 400m Freistil, auch wenn Oliver Klemet (SG Frankfurt/3:48,81) und Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover/3:50,00) lange gut mithielten. „Das hat Spaß gemacht im Finish. Ich bin ziemlich zufrieden mit der Zeit“, sagte Mühlleitner. Überzeugende Auftritte zeigten am Sonntag auch Annika Bruhn (Neckarsulmer Sport-Union/54,60 Sekunden) und Damian Wierling (SG Essen/49,32) bei ihren Erfolgen über 100m Freistil. „Ich fand es total beeindruckend, bei den Finals auch mal die Wasserspringer*innen zu sehen. Wir konnten auch Kontakte knüpfen, ich habe am Freitag zum Beispiel mit Timo Barthel das ,Duell der Giganten‘ gemacht, wo wir gegeneinander geschwommen und gesprungen sind, das hat auf jeden Fall Spaß gemacht“, sagte Wierling. Mehr

Gerätturnen

Mehrkampfsieger Lukas Dauser aus Unterhaching hat sich am letzten Tag der Deutschen Meisterschaften in Dortmund am Barren einen weiteren Titel gesichert. Mit 15,70 Punkten dominierte der Bronzemedaillengewinner der Europameisterschaften von Basel im April an den beiden Holmen die Konkurrenz deutlich. Erstmals bei den Aktiven ganz oben stand nach dem Sprung der Cottbuser Leonard Prügel (13,40). Der Stuttgarter Carlo Hörr (14,10) schaffte Gleiches am Reck. Bei den Frauen sicherte sich die Kölnerin Sarah Voss nach dem Sieg am Sprung (13,566) noch den Titel am Schwebebalken (13,666). Am Boden nutzte die Chemnitzerin Lisa Zimmermann, die kurzfristig als Nachrückerin in die Entscheidung gekommen war, mit 12,933 Punkten die Chance auf einen ersten Titel. Mehr

Kanu

Ronald Rauhe (KC Potsdam) musste sich nach seiner Niederlage im Kanu-Parallelsprint im Rahmen der Finals gegen Kostja Stroinski (KRV Berlin) kurz durchs Gesicht wischen. Bei der Siegerehrung vor der Tribüne der Wedau-Bahn in Duisburg packten Rauhe die Gefühle noch einmal richtig. Diese Finals waren der Abschied für den 39-Jährigen und damit auch sein letzter Auftritt in seinem „Wohnzimmer“, der Regattabahn in Duisburg. „Dabei wollte ich gar nicht emotional werden“, sagte der frisch gebackene Europameister im Vierer-Kajak, der für die Deutschen Meisterschaften am Sonntag extra die 800 Kilometer nach Duisburg gefahren war. Der kleine Traum vom erneuten Gold bei den Finals und im letzten Karrierejahr erfüllte sich nicht. Doch der Olympiasieger von 2004 fühlte sich von einem würdigen Gegner geschlagen: „Wenn ich es einem gönne, dann ihm. Kostja kommt aus dem Verein, in dem ich groß geworden bin“, beschrieb der gebürtige Berliner seine Gefühlsage. Trotz der Strapazen und der Niederlage genoss Rauhe das Rennen auf der Wedau-Bahn und den Auftritt bei den Finals 2021: „Es ist völlig okay, wie das ausgegangen ist. Ich bin froh, dass wir die Finals fahren konnte.“ Bei den Canadier-Frauen sicherte sich Sophie Koch (Karlsruhe) den Titel. Mehr

Moderner Fünfkampf

Nachdem Fabian Liebig bei den Finals 2019 in Berlin erstmals Deutscher Meister wurde, konnte der Potsdamer am Sonntag bei den Finals 2021 seinen Titel im Hanns-Braun-Stadion erfolgreich verteidigen und Selbstbewusstsein tanken für die Weltmeisterschaften im Laufe der Woche in Ägypten. Liebig verwies Fernand Mitterrand und Jan Kauffmann auf die Plätze zwei und drei. Im finalen Laserrun startete Liebig mit zehn Sekunden Rückstand auf den bis dahin führenden Kauffmann. Doch schon nach dem zweiten Schießen zog Liebig vorbei und brachte den Sieg ganz überlegen ins Ziel.

Triathlon

Tim Hellwig (DJK SG St. Ingbert) hat sich bei den Deutschen Triathlon-Meisterschaften der Elite über die Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) in Berlin, ausgetragen im Rahmen der Sportgroßveranstaltung „Finals 2021 – Berlin I Rhein-Ruhr“, den Titel bei den Männern gesichert. Er setzte sich nach 50:43 Minuten vor Justus Nieschlag (Lehrter Sportverein/+ 8 Sekunden) und Henry Graf (Triathlon Team MTV Kronberg/+12) durch. „Es ist ein kleines Trostpflaster für die verpasste Olympia-Qualifikation. Ich habe mir vorgenommen, hier von Anfang an gut zu performen. Das hat von Beginn an gut geklappt“, sagte der neue Deutsche Meister. Mehr

Wasserspringen

Erstmals seit 2011 hat Patrick Hausding zusammen mit Timo Barthel (SV Halle) im Rahmen der Finals die deutsche Meisterschaft im Turm-Synchronspringen gewonnen. Für Rekord-Europameister Hausding war es der 47. nationale Titel. Bei der EM in Budapest hatte das Paar bereits Bronze geholt, in Berlin überboten sie das dortige Ergebnis sogar zweimal. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Hausding. „Wir haben eine kurze Turmkarriere bis jetzt, das war erst unser dritter richtiger Wettkampf zusammen.“ Mehr

Trial

Junioren-Weltmeister Oliver Widmann aus Ludwigsburg hat bei den deutschen Meisterschaften in Berlin erstmals den Titel in der Elite-Kategorie gewonnen. Der 19-Jährige dominierte am Sonntag den Wettkampf im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in der 26-Zoll-Klasse. Mit 330 Punkten siegte Widmann nach den drei Durchgängen in drei Sektionen überlegen vor Raphael Zehenter und Andreas Strasser (beide 260). „Der Titel ist etwas ganz besonderes für mich. Ich habe so viel trainiert, hatte einen schweren Winter mit meinen Verletzungen und freue mich jetzt einfach über den ersten Titel bei der Elite“, sagte der neue Meister in der ARD.

Tischtennis

Borussia Düsseldorf hat nach der Champions League und dem TTBL-Pokal im Rahmen der „Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“ auch die deutsche Mannschafts-Meisterschaft gewonnen und damit das Triple geschafft. Das Team um Rekord-Europameister Timo Boll besiegte Titelverteidiger 1. FC Saarbrücken mit 3:1 und wiederholte damit das Ergebnis aus dem Champions-League-Finale. Den entscheidenden dritten Punkte holte der Schwede Anton Källberg gegen den Slowenen Darko Jogic. Für Düsseldorf ist es die 31. Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Thomas Schmidberger von Borussia Düsseldorf gewann das Finale im Para-Tischtennis gegen Thomas Brüchle. Der 29-Jährige Schmidberger siegte in drei Sätzen (11:6, 11:3, 11:8). „Ich habe 19 Monate nur trainiert und wusste überhaupt nicht, wo ich stehe. Da macht es jetzt umso mehr Spaß wieder zu spielen”, sagte der dreifache Einzel-Europameister. Mehr

Bogenschießen

Jennifer Weitsch (Compound Frauen), Sebastian Hamdorf (Compound Männer) und Mario Oehme (Para Recurve Open) heißen die Sieger zum Abschluss des Deutschland-Cups im Rahmen der Finals. Bei den Frauen siegte Weitsch (1. Berliner Bogenschützen) gegen Claudia Klingner (Pro Sport Berlin 24) mit 138:132. Bronze ging an Marie Marquardt (BSC Wannsee 1996), die sich 130-122 gegen Caroline Haras (SV Weil im Schönbuch) durchsetzte. Sebastian Hamdorf (BSG Garbsen) setzte sich im Finale gegen Marcus Laube (BSG Garbsen) denkbar knapp mit 146:145. „Es ist immer schön, Marcus zu schlagen. Es war das erwartete Match auf Augenhöhe“, sagte Hamdorf. Dritter wurde Henning Lüpkemann (BSG Garbsen) durch ein 145-143 gegen Sebastian Siemandel (SV Oberdachstetten). Der hoch dekorierte Bogenschütze Mario Oehme (BSG Thüringen/Gera) schoss sich zum Deutschland Cup-Sieger in der Para Recurve Open-Klasse. Der zweifache Paralympics-Sieger (1996 Team-Gold, 2004 Einzel-Gold) setzte sich im Goldfinale mit 7:3 (24-23, 24-22, 24-28, 19-19, 26-24) gegen Carmelo Gangarossa (BRS Gersweiler) durch  Bronze ging an Andreas Kretzer (BSG Osterholz-Scharmbeck) nach einem 6:4 gegen Ines Krehbiel (SV Schopp). Mehr

Stand-up-Paddling

Noelani Sach (Hamburger Einzelpaddler) hat bei den Finals auf der Wedau in Duisburg den Titel bei den Frauen gewonnen. Im Finale über 160 Meter besiegte sie Tanja Ecker (KS Löhr). Sach hatte 2019 schon mit dem Stand-Up-Paddling aufgehört und war erst vor drei Wochen zurück auf das Brett gestiegen. „Eigentlich war ich in meiner Ausbildung voll drin, aber als ich die Einladung bekam, dachte ich mir: Ich nehme mal teil und gebe nochmal Gas", sagte die neue Deutsche Meisterin in der ARD.  Anne de Boer vom Mündener KC wurde Dritte.

3x3 Basketball

Das Team Düsseldorf hat bei den Finals in Berlin den 3x3-Pokal gewonnen. Die junge Form des Basketballs in in diesem Jahr erstmals bei den Olympischen Spielen im Programm - allerdings ohne deutsche Beteiligung. Die Rheinländer setzten sich nach mehreren Führungswechsln im Rahmen der „Finals 2021“ gegen Bielefeld mit 21:19 durch. Jacob Mapuya setzte den Schlusspunkt  - beim 3x3 ist ein Spiel entweder nach Ablauf der zehn Minuten Spielzeit oder nach dem 21. Punkt einer Mannschaft beendet. Das umkämpfte Finale der Damen gewann Hannover mt 21:16 gegen Düsseldorf. Hier sorgte Katharina Müller für den entscheidenden Punkt. Mehr

Bild: Der neue Trial-Meister Oliver Widmann. Foto: Andreas Gester


Die Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr: Tränen und Überraschungen in Braunschweig

Die Finals, 06.06.2021

Sprinterin Alexandra Burghardt war eine von vielen Überraschungen am ersten Tag der 121. Deutschen Meisterschaften im Braunschweiger Eintracht-Stadion. Im Stabhochsprung der Männer glänzte Oleg Zernikel mit 5,80 Metern und dem Olympia-Ticket.

Im Ziel konnte sie vor Freude schier nur noch taumeln. Alexandra Burghardt (LG Gendorf Wacker Burghausen) sorgte im Finale über 100 Meter für einen der wohl emotionalsten Momente des ersten Tages der Deutschen Meisterschaften in Braunschweig. Die 27-Jährige erwischte einen phänomenalen Start und schaffte es, die hohe Frequenz bis ins Ziel zu halten. Und das, obwohl sie im Augenwinkel Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar) heranfliegen sah. 11,14 Sekunden ihre Siegerzeit – Gold! Und das direkte Olympia-Ticket. „Ich bin endlich über mich hinausgewachsen und habe gezeigt, was in mir steckt“, sagte die Sprinterin tränenüberströmt. Über Silber freute sich Lisa Mayer in starken 11,16 Sekunden vor ihrer Vereinskollegin Rebekka Haase (11,32 sec).

Den Sieg über 100 Meter der Männer erkämpfte sich erneut ein Athlet der Kategorie der jungen Wilden. Marvin Schulte (SC DHfK Leipzig), schon als aktuell Jahresbester angereist, steigerte sich im entscheidenden Moment erneut und warf sich mit entschlossenem Blick und in 10,19 Sekunden als Erster ins Ziel. Hauchdünn vor dem Hamburger Lucas Ansah-Peprah, der in 10,20 Sekunden eine Bestzeit aufstellte. Bronze teilen sich der Wolfsburger Niels Torben Giese (10,30 sec) und Joshua Hartmann (ASV Köln, 10,30 sec).

Auch die Stabhochspringer erfüllten alle Erwartungen. Im Vormittagsprogramm wussten sie ihre Bühne vor 2.000 Zuschauern geschickt zu nutzen. An der Spitze waren es Titelverteidiger Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) und der Hallen-EM-Vierte Oleg Zernikel (ASV Landau), die sich zu starken Leistungen pushten. 5,70  Meter legte der U23-Europameister aus Leverkusen im ersten Versuch vor. Oleg Zernikel leistet sich hier einen Fehlversuch, pokerte und sparte sich seine verbleibenden Versuche für die nächste Höhe auf – mit Erfolg. In seinem letzten Versuch schwang er sich über 5,80 Meter. Bestleistung. Sein erster DM-Titel und ein erfüllter Traum. Denn: Die Deutschen Meister mit erfüllter Norm können fest mit den Olympischen Spielen in Tokio (Japan) planen.

Einen packenden Dreikampf sahen die Zuschauer im Eintracht-Stadion im Dreisprung-Finale der Frauen. An der Spitze baute Neele Eckhardt-Noack (LG Göttingen) ihre Medaillensammlung weiter aus. Die Dritte der Hallen-EM präsentierte sich in bestechender Form. 14,26 Meter zauberte sie in die Grube – unschlagbar für die Konkurrenz. Doch diese kommt immer besser in Schwung. Allen voran die Deutsche Rekordhalterin Kristin Gierisch (TSV Bayer 04 Leverkusen). Mit 14,11 Metern bestätigte sie nicht nur satt die Olympianorm, sondern wehrte auch den Angriff ihrer ehemaligen Trainingskollegin Maria Purtsa (LAC Erdgas Chemnitz) ab. Die Titelverteidigerin sprang erstmals in ihrer Karriere über die 14-Meter-Marke und freute sich überschwänglich über ihre neue Bestleistung von 14,11 Metern. Den Unterschied zwischen Silber und Bronze machten die zweitweitesten Sprünge, wo Kristin Gierisch mit 13,98 Metern ein Stück weiter sprang als Maria Purtsa (13,85 m).

Die 5.000 Meter waren eine Demonstration der Stärke von Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund). Der Titelverteidiger, der am Donnerstag noch in Huelva (Spanien) seine Bestleistung auf starke 13:21,21 Minuten gedrückt hatte, lieferte taktisch, läuferisch und auch mental ein weiteres Meisterstück ab. 13:30,78 Minuten – das ist die schnellste Siegerzeit bei Deutschen Meisterschaften seit 1998 und Dieter Baumann.

Im vergangenen Jahr musste sie entkräftet aufgeben, in diesem Jahr ist sie zurück in altbekannter Stärke: Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) lief in einem kontrollierten 3.000 Meter Hindernis-Finale zu ihrem sechsten deutschen Meistertitel über ihre Paradestrecke. Leicht. Locker. Gleichmäßig. 9:31,36 Minuten – mit sattem Vorsprung vor der Konkurrenz holte sich die Europameisterin die Goldmedaille. „Ich habe mich heute sehr gut gefühlt“, sagte Gesa Krause im Ziel.

Foto: 100-Meter-Meisterin Alexandra Burghardt. Foto: DLV/Benjamin Heller


Die Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr: So lief der dritte Tag

Die Finals, 05.06.2021

Dritter Tag bei den „Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“: In mehr als der Hälfte der 18 Sportarten wurden am Samstag Medaillen und Titel vergeben. Die Sportlerinnen und Sportler freuten sich nach der corona-bedingten Pause vor allem über die Rückkehr auf die Wettkampf-Bühne - teilweise sogar begleitet von ersten Zuschauern. Bis zum Sonntag werden in 18 Sportarten 140 Deutsche Meistertitel vergeben. ARD und ZDF übertragen „Die Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“ mehr als 25 Stunden in ihren Programmen.

Moderner Fünfkampf

Die Olympia-Vierte von 2016, Annika Schleu, hat sich im Rahmen der „Finals 2021 – Berlin I Rhein-Ruhr“ den Meistertitel gesichert und sich wenige Tage vor Beginn der Weltmeisterschaften in Kairo in Top-Verfassung präsentiert. Die Berlinerin ging als Zweite hinter der Berlinerin Rebecca Langrehr in den abschließenden Laserrun, einer Kombination aus Schießen und Laufen. Nach dem dritten Schießen setzte sich die 31-Jährige an die Spitze und hatte im Ziel 15 Sekunden Vorsprung. Langrehr leistete sich zudem mit dem Lasergewehr beim abschließenden Schießen zu viele Fehler. „Es war mega anstregend, aber ich bin glücklich, dass es so geklappt hat“, sagte die 31-Jährige im ZDF. Die neue nationale Titelträgerin gilt auch bei den Olympischen Spielen in Tokio als eine der Favoritinnen auf die Goldmedaille.

Schwimmen

Bei den Deutschen Meisterschaften zeigten die Schwimmer*innen des Deutschen Schwimm-Verbandes wieder reihenweise Topleistungen. Allen voran Brustschwimmerin Anna Elendt, die in Berlin beim 50m-Sprint in 30,67 Sekunden einen weiteren deutschen Rekord aufstellte. Die bisherige Bestmarke von Dorothea Brandt und Kerstin Vogel hatte bei 30,77 gelegen. „Ich habe keine Ahnung, wie ich das gemacht habe. Ich habe nach dem Vorlauf noch mit meiner Trainerin telefoniert, sie hat mein Rennen angeschaut und mir gesagt, was ich noch anders machen muss, damit es passt. Und es hat wohl funktioniert“, sagte die 19-Jährige von der SG Frankfurt, die für Tokio 2021 qualifiziert ist. Selbstbewusstsein für die Reise zu den Olympischen Spielen tankte auch Annika Bruhn (Neckarsulmer Sport-Union). Beim Triumph über 200m Freistil war sie von ihrer Zeit (1:57,92 Minuten) selbst begeistert. „Mich wundert fast, wie schnell ich war, da wir bis auf die Wettkampftage nicht wirklich pausiert haben und vorbereitet waren. Daher macht mir das sehr viel Mut für Tokio und ich glaube, da ist noch einiges drin.“ In der Zukunft viel erwartet werden kann auch von Timo Sorgius. Der 17-Jährige von der SSG Leipzig holte sich nach dem überraschenden Triumph über 200m Rücken auch den Titel über 200m Freistil. In 1:48,75 Minuten ließ er sogar Olympiastarter wie Henning Mühlleitner (Neckarsulmer Sport-Union/1:48,91) und Poul Zellmann (SG Essen/1:49,21) hinter sich.

Die weiteren Titel des Tages sicherten sich Kathrin Demler (SG Essen) über 200m Lagen (2:12,99 Minuten), Nina Kost (SV Nikar Heidelberg) über 200m Rücken (2:11,84 Minuten), Jessica Felsner (SC Aqua Köln) über 50m Freistil (25,01 Sekunden), Angelina Köhler (Hannover 96) über 50m Schmetterling (26,84 Sekunden), Ramon Klenz (SG Neukölln) über 200m Schmetterling (1:57,87 Minuten), Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) über 1500m Freistil (15:09,31 Minuten), Yannis Merlin Willim (SSG Leipzig) über 200m Brust (2:12,73 Minuten) und Marvin Dahler (VfL Sindelfingen) über 50m Rücken (25,48 Sekunden).

Leichtathletik

Die Stabhochspringer erfüllten am ersten Tag der 121. Deutschen Meisterschaften in Braunschweig alle Erwartungen und wussten ihre Bühne vor 2.000 Zuschauern geschickt zu nutzen. An der Spitze waren es Titelverteidiger Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) und der Hallen-EM-Vierte Oleg Zernikel (ASV Landau), die sich zu starken Leistungen pushten.

5,70 Meter legte der U23-Europameister aus Leverkusen im ersten Versuch vor. Oleg Zernikel leistet sich hier einen Fehlversuch, pokerte und sparte sich seine verbleibenden Versuche für die nächste Höhe auf – mit Erfolg. In seinem letzten Versuch schwang er sich über 5,80 Meter. Bestleistung. Sein erster DM-Titel und ein erfüllter Traum. Denn: Die Deutschen Meister mit erfüllter Norm können fest mit den Olympischen Spielen in Tokio (Japan) planen.

„Ich wusste, die Höhe ist drin. Ich musste den Sprung nur gut treffen“, sagte Zernikel.  „Jetzt heißt es, gesund zu bleiben und dann weiterschauen. Ich gehe mit der Einstellung rein: Sprung für Sprung und schauen, was passiert.“ Fest steht nach Braunschweig aber eins: Oleg Zernikel kann seine Konzentration nun ganz auf Tokio richten. Bronze holte sich der ehemalige Weltmeister Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken), der sich im dritten Versuch über seine Einstiegshöhe von 5,50 Meter zitterte.   Weitere Infos

Triathlon

Lisa Tertsch (Triathlon Team DSW Darmstadt) hat sich bei den Deutschen Triathlon-Meisterschaften der Elite über die Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) in Berlin den Titel bei den Frauen gesichert. Sie setzte sich nach 57:46 Minuten vor Nina Eim (Triathlon Potsdam/plus 12 Sekunden) und Marlene Gomez-Islinger DJK Weiden/plus 17 Sekunden) durch. „Der Titel bedeutet mir sehr viel. Ich bin total happy, dass ich zeigen konnte, was ich drauf habe. Ich wollte ein gutes Rennen machen. Das ist mir gelungen.“ Das Schwimmen im Wannsee war bei Tertschs erstem Meistertitel in der Elite der Schlüssel zum Erfolg. Am Sonntag ab 9.45 Uhr (live in der ARD) folgt die DM-Entscheidung der Männer, unter anderem mit Olympia-Teilnehmer Justus Nieschlag.

Gerätturnen

Die Stuttgarterin Kim Bui hat bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen der Finals bei der Entscheidung am Stufenbarren für eine kleine Überraschung gesorgt und ihrer Trainingskollegin und Favoritin Elisabeth Seitz den Titel wegschnappt. „Ich freue mich riesig“, kommentierte die 32-Jährige, die auf 14,266 Punkte kam. Am Sprung hatte zuvor die Kölnerin Sarah Voss wie schon vor zwei Jahren triumphiert. Im Mittelwert ihrer beiden Durchgänge kam sie auf 13,566 Punkte. Auch bei den Männern wiederholten zwei Meister von 2019 ihren damaligen Erfolg: Der Mehrkampfzweite Nils Dunkel aus Erfurt setzte sich wie in den vergangenen beiden Jahren am Pauschenpferd durch (14,50). Der Hallenser Nick Klessing war mit 14,70 Punkten an den Ringen erneut nicht zu schlagen. Sechskampfmeister Lukas Dauser (Unterhaching) dominierte mit 13,833 Punkten am Boden.

Bogensport

Die Sieger des Deutschland Cups heißen Katharina Bauer (BSG Raubling, Frauen) und Cedric Rieger (SSV Karlsbad, Männer). Bauer lieferte sich im ersten großen Finale auf dem Finalfeld des Hanns-Braun-Stadion ein spannendes Duell mit Elisa Tartler. Beide Kaderschützinnen kennen sich gut. Bauer siegte nach einem 2:4-Rückstand noch mit 6:4 (28-25, 20-25, 28-29, 27-24, 27-25). „Das war aufregend! Ich habe noch nicht so oft auf einem so großen Finalfeld geschossen. Am Ende wusste ich gar nicht, wie es ausgegangen war, so fokussiert war ich und so schnell lief es ab“, sagte Bauer. Im Männer-Finale rief Cedric Rieger bei schwierig einzuschätzenden Windbedingungen seine Leistung ab, sein Widersacher Christoph Breitbach (BSC BB Berlin) hingegen überhaupt nicht. Das 6:0 (26-19, 27-24, 26-24) war die logische Folge. Rieger hatte eine einfache Formel für den Erfolg: „Ich habe einfach ins Gold gehalten, um den sicheren Schuss zu machen, weil der Wind schwer zu lesen war. Es hat sehr viel Spaß gemacht, und ich bin glücklich über die Goldmedaille.“  Die Bogen-Wettkämpfe am Sonntag werden in der ARD um 12.20 Uhr gezeigt, zudem werden die Finalwettkämpfe auch im Livestream bei ARD & ZDF gestreamt.

Reitsport

Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera BB sind die neuen Deutschen Meister in der Kür. Nach Gold im Grand Prix Spezial griff das Paar am dritten Tag der Deutschen Meisterschaften in Balve im Rahmen der Finals auch in der Dressur-Kür nach dem Titel. Und wie am Tag zuvor landeten Isabell Werth und Bella Rose auf dem Silberrang vor Dorothee Schneider und Showtime FRH. Anders als im Grand Prix Spezial war Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen) in der Kür die letzte Starterin im Viereck. Hatten bereits Dorothee Schneider und Isabell Werth die Richter zur Vergabe von Höchstnoten animiert, zogen diese nun alle Register. Alle fünf sahen das Paar vorne, alle hatten am Ende über 90 Prozent für die Vorstellung der Trakehner-Stute zu den Klängen der Filmmusik La-La-Land notiert. Insgesamt wurden es 93,025 Prozent – persönlicher Rekord für die neue Deutsche Kür-Meisterin. „Für mich hätte das Wochenende nicht besser laufen können. Dalera und ich, wir sind in einer phänomenalen Form und jetzt gilt es einfach, ruhig zu bleiben, auch ein bisschen Pause zu machen, neue Kräfte zu sammeln und dann voll frisch in die Zukunft zu gehen“, sagte Jessica von Bredow-Werndl.

Bei den Springreitern sicherte sich erstmals Tobias Meyer den Meister-Titel. Der 33-Jährige aus dem niedersächsischen Esterwegen blieb mit seinem Pferd Greatest Boy ohne Abwurf und setzte sich im Stechen gegen Maximilian Weishaupt (30) aus Jettingen mit Omerta Incipit durch. Dritter wurde Patrick Stühlmeyer (Osnabrück) mit Carmina.

Trial

Nina Reichenbach (RSC Bretten) und Dominik Oswald (MSC Münstertal) haben bei den deutschen Meisterschaften im Trial die Titel gewonnen. Für die viermalige Weltmeisterin war es der sechste Deutsche Meistertitel in Folge. Die 22-Jährige konnte sich klar gegen die Konkurrenz durchsetzen, auch wenn sie im Finale mit Larena Hees (MSC Salzbödetal) aus Tübingen eine harte Konkurrentin hatte, die nach der zweiten Sektion sogar die Führung übernahm, nachdem Reichenbach bei der letzten Übung einen Fehler machte. „Es war ein superspannendes Finale. Larena hat mich sehr unter Druck gesetzt, aber ich konnte meinen Fokus behalten und mein Ding durchziehen“, sagte Reichenbach nach dem Wettkampf. Bei den Männern gelang Dominik Oswald (MSC Münstertal) in der Kategorie 20 Zoll ebenfalls die erfolgreiche Titelverteidigung. „Ich musste als letzter fahren, was großen Druck verursacht, weil man genau weiß, was die Konkurrenz abgeliefert hat. Aber es ich habe die volle Punktzahl erkämpft und bin überglücklich mit meiner Leistung.“ Zweiter wurde Jonas Friedrich (RSC Bretten) vor Leon Müller (MSC Schatthausen).

Wasserspringen

Rekordeuropameister Patrick Hausding hat sich knapp 50 Tage vor Beginn der Olympischen Spielen bei den deutschen Meisterschaften im Rahmen der Finals in starker Form präsentiert. Im Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett freute sich der zweimalige Olympiamedaillengewinner am Samstag in Berlin über die persönliche Bestleistung von 542,25 Punkten. „Ich bin Bestpunktzahl in meiner Karriere gesprungen. Ziemlich spät, aber man kann sich immer noch verbessern“, sagte der Berliner im ZDF. Hinter ihm überzeugte auch der Zweitplatzierte Martin Wolfram (Dresden). Der frühere Turmspringer erreichte 519,90 Punkte und zeigte sich vor den Sommerspielen ebenfalls in starker Verfassung. Im Synchronspringen der Damen vom Drei-Meter-Brett gab es ebenfalls einen Favoritensieg. Die Europameisterinnen Tina Punzel und Lena Hentschel gewannen mit 330,84 Punkten. Damit hatten sie mehr Zähler als bei ihrem EM-Titel im Mai, als sie mit 307,29 Punkten gewannen.

Karate

Musashi Weimar (Damen) und Lotto Rheinland Pfalz (Herren) haben im Rahmen der Finals in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle die deutsche Mannschafts-Meisterschaft  in der Toyota Karate-Bundesliga gewonnen. Charlotte Grimm mit einer Technik in der letzten Sekunde des Kampfes gegen Sarah-Lina Mimouni zum 1:0 und Madeleine Schröter mit dem klaren 10:2-Erfolg über Nesrine Bougrine bescherten Weimar den Damen-Titel. Besser als die Damen machten es die Herren von Lotto Rheinland-Pfalz: In einem spannenden Finale setzten sich Jonathan Horne und Co. mit 2:1 gegen den MTV Ludwigsburg durch. Die Entscheidung fiel im letzten Kampf zwischen Melvin Fleischer (Rheinland-Pfalz) und Laury Azoo Adjibi fallen. Und Fleischer behielt trotz eines 0:1-Rückstands die Nerven.

Kanupolo

Die Frauen des KCNW Berlin haben sich mit einem 7:0 (3:0)-Erfolg über den Alster Canoe Club aus Hamburg am Samstag im Rahmen der „Finals 2021 – Berlin I Rhein-Ruhr“ den Deutschen Kanu-Polo-Pokal gesichert. Die beiden hochkarätig besetzten Teams mit fünf Nationalspielerinnen unterhielten die Zuschauer auf der Vereinsanlage des ASCD im Sportpark Duisburg mit zahlreichen Torabschlüssen und schönem Kombinationsspiel. „Meine Spielerinnen haben all das umgesetzt, was wir vor der Partie angesprochen haben“, freute sich Trainer „Jenne“ Werner, dessen Mannschaft sich zuvor schon die Meisterschaft gewonnen hatte. Besonders freute sich Werner über die Fernsehpräsenz: „Für uns ist das ja mal was ganz anderes, live im TV zu sein. Meine Spielerinnen waren ganz aufgeregt. Für sie war das, was ganz Tolles.“

Klettern

Franziska Ritter aus Wuppertal und der Neu-Ulmer Linus Bader haben sich bei den deutschen Meisterschaften die Titel in der Teildisziplin Speed gesichert. Ritter (8,162 Sekunden) setzte sich bei den Wettkämpfen in Bochum im Rahmen der Finals gegen Sandra Hopfensitz (Augsburg/8,773) durch und gewann zum dritten Mal in Folge den Titel. Bader (7,422) siegte an der 15 Meter hohen Wand mit fünf Prozent Überhang im Finale gegen Thorben Perry Bloem (Braunschweig/7,944). Olympiastarter Jan Heuer (Frankfurt/Main) schied im Viertelfinale aus und wurde Fünfter. Am Sonntag fallen die Entscheidungen im Bouldern.

Bild: Die neue Triathlon-Meisterin Lisa Tertsch. Foto: Petko Beier/DTU


Trial-Ass Nina Reichenbach ist der Superstar ihrer Sportart

Berlin, 5. Juni 2021

Viermalige Weltmeisterin, Weltranglisten-Erste, zweifache Europameisterin, fünffache deutsche Meisterin: Nina Reichenbach ist so etwas wie ein Superstar in ihrer Sportart Trial. Bei den „Finals 2021 – Berlin I Rhein-Ruhr“ peilt Reichenbach die erfolgreiche Titelverteidigung an.

Endlich geht es wieder los. Nach der Covid-19-bedingten Wettkampfpause gilt das auch für Nina Reichenbach. Bei den deutschen Meisterschaften im Trial in Berlin (Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Samstag, 13.30 Uhr, live im ZDF) geht die 22-Jährige vom RSC Bretten als Titelverteidigerin und haushohe Favoritin in der Eliteklasse Frauen an den Start. „Ich freue mich wirklich sehr, endlich wieder auf so einer Bühne so einen großen Wettkampf fahren zu können – der letzte ist schon eine Weile her“, sagte Reichenbach und schickt gleich eine Kampfansage an die Konkurrenz hinterher: „Dementsprechend bin ich sehr gut vorbereitet. Ich habe meinen Fokus voll auf die Vorbereitung gelegt, um zu 100 Prozent fit zu sein.“

Reichenbach bestimmt seit vielen Jahren das internationale und nationale Niveau in dieser nicht-olympischen Sportart. Von 2016 bis 2019 gewann die Industriekauffrau viermal in Folge den WM-Titel. Im vergangenen Jahr fiel die Weltmeisterschaft aufgrund von Corona aus und Reichenbach, die in Ötisheim (bei Pforzheim) lebt, musste in eine lange Wettkampfpause.

Die Unterbrechung hat Reichenbach indes genutzt, um sich und ihrem Sport weiter zu professionalisieren. Dafür arbeitet die viermalige Weltmeisterin seit einigen Monaten mit einem Mental-  und einem Athletiktrainer zusammen. „Ich habe jetzt einen Fitnessplan mit einer richtigen Struktur und merke auch, dass ich mehr Kraft bekommen habe“, erklärt die Radsportlerin kürzlich gegenüber dem „Mühlacker Tagblatt“. Dreimal die Woche geht sie in den Kraftraum, mit den verbesserten Werten lassen sich die Hindernis-Strecken mit Bäumen, Steinen oder Paletten besser fehlerfrei bewältigen, weil die Athletin mehr Kontrolle über ihr Sportgerät hat.

Ihre verbesserte Physis will Reichenbach bei den „Finals 2021 – Berlin I Rhein-Ruhr“ unter Beweis stellen. 2019 an gleicher Stelle stand die sympathische Radsportlerin schon einmal ganz oben auf dem Treppchen – und es gibt nach der Qualifikation am vergangenen Wochenende in Lüneburg keine Zweifel, dass es dem Aushängeschild ihrer Sportart erneut gelingen wird. „Auch, wenn ich weiß, dass ich gute Fortschritte gemacht habe, man darf die Gegner nie unterschätzen“, sagt Reichenbach, die dennoch ein klares Ziel vor Augen hat: „Ich will meinen Titel verteidigen.“

Bild: Nina Reichenbach bei den Finals 2019 Berlin in Aktion. Foto: Andreas Gester

 

 

 

 

 

 

 


Sichere Finals 2021: Schwimmer initiieren eine Hygiene-Allianz

Berlin, 5. Juni 2021

Sportlich sind „Die Finals 2021 - Berlin I Rhein-Ruhr“ eine riesige Sache. Doch auch organisatorisch ist der Aufwand für die Veranstalter enorm, um die Sicherheit aller Beteiligten in der Coronavirus-Pandemie zu gewährleisten. Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) als Ausrichter der Deutschen Meisterschaften im Schwimmen und Wasserspringen vertraut dafür auf die Expertise von RLE INTERNATIONAL. Das Unternehmen mit Sitz in Overath bei Köln hat mit Partnern die Hygiene Allianz ins Leben gerufen und sorgt mit innovativen Lösungen für eine sichere Durchführung der Wettbewerbe in der Berliner Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE).

An allen Eingängen zur Halle stehen Smart-Säulen, die mit Eingangskontrolle mit Gesichtserkennung und Temperaturmessung das Risiko des Zugangs durch infizierte Personen in die Wettkampfstätte auf ein Minimum reduzieren. Sämtliche Systeme verfügen über den höchsten Sicherheitsstandard bei der verschlüsselten Datenerfassung und sind DSGVO-konform.

Zudem müssen alle Teilnehmer*innen der Deutschen Meisterschaften – Aktive, Volunteers, Medienleute und Kampfrichter*innen – täglich Schnelltests durchführen. Über die NOVA WebApp der Hygiene Allianz kann der/die Benutzer*in im Vorfeld einen Termin buchen und erhält auch die entsprechende Testbescheinigung. Bei einem negativen Ergebnis wird innerhalb der Gültigkeitsdauer der Zugang zur Halle gewährt. Im Fall eines positiven Befunds würde die WebApp die sofortige Kontaktnachverfolgung einleiten und auf diese Weise dazu beitragen, die Meldeketten zu optimieren und zu digitalisieren. Das Konzept hatte sich bereits bei der DSV-Olympiaqualifikation Beckenschwimmen im April bewährt und wurde seither weiter optimiert.

Foto: Jo Kleindl

 

 

 

 

 

 

 


Die Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr: Weitere Medaillen vergeben

Die Finals, 04.06.2021

Zweiter Tag bei den „Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“: Nach dem glänzenden Auftakt am Donnerstag haben die Athletinnen und Athleten auch am Freitag sportliche Höchstleistungen gezeigt und bei der Rückkehr auf die große Bühne für viele Emotionen gesorgt. Bis zum Sonntag werden in 18 Sportarten 140 Deutsche Meistertitel vergeben. ARD und ZDF übertragen „Die Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“ mehr als 25 Stunden in ihren Programmen.

Leichtathletik

Jacqueline Otchere (MTG Mannheim) hat sich bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig den Titel im Stabhochsprung geholt. Mit 4,30 Metern verwies die 24-Jährige am Freitag Leni Freyja Wildgrube vom SC Potsdam, die 4,20 Meter übersprang, auf den zweiten Platz. Dritte wurde mit der gleichen Höhe Wildgrubes Vereinskollegin Ella Buchner.

„Ich bin sehr zufrieden, dass ich den Titel geholt habe, auch wenn ich mit der Höhe nicht ganz glücklich bin. Ich bin heute einen härteren Stab als sonst gesprungen, von daher kann ich schon zufrieden sein“, sagte Otchere, die dreimal an 4,40 Meter scheiterte. Die Norm für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio liegt bei 4,70 Metern. Das Stabhochspringen der Frauen war der einzige Medaillenwettbewerb am Freitag. Die weiteren 33 weiteren Titel werden am Samstag und Sonntag vergeben.

Schwimmen

Anna Elendt von der SG Frankfurt hat bei den deutschen Meisterschaften der Schwimmer im Rahmen der Finals für den Höhepunkt am Freitag gesorgt. Die 19-Jährige siegte in 1:06,50 Minuten über 100 Meter Brust und verbesserte damit den zwölf Jahre alten deutschen Rekord von Sarah Poewe (1:07,01). „Damit habe ich niemals gerechnet. Ich freue mich einfach nur. Wir haben zum einen meine Renntaktik umgestellt, zum anderen habe ich auch deutlich mehr im Bruststil trainiert als vorher, und das hat sich halt ausgezahlt“, sagte Anna Elendt, die sich im April für die Lagenstaffel bei den Olympischen Spielen in Tokio qualifiziert hatte. Nach diesem Meisterschaftsauftritt, für den die Titelverteidigerin extra aus den USA angereist kam, entstehen nun sicher auch im Einzelrennen neue olympische Ambitionen.

Bei den Männern musste sich Titelverteidiger Fabian Schwingenschlögl (Neckarsulmer Sportunion) zuvor überraschend Lucas Matzerath (SG Frankfurt) geschlagen geben. Der 21-Jährige schlug nach 59,44 Sekunden deutlich vor dem acht Jahre älteren Kontrahenten (59,96) an. „Ich habe mich schon länger darauf gefreut, mich wieder mit Fabian messen zu können. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis und können uns gegenseitig gut pushen, das macht dann auch mehr Spaß“, sagte Matzerath, der zuletzt schon als EM-Fünfter in Budapest glänzen konnte.

Von Olympia hatte auch Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) geträumt, doch eine Corona-Infektion hatte ihm in diesem Frühjahr alle Chancen geraubt. Nun tröstete er sich mit dem Titelgewinn über 800m Freistil mit deutschem Altersklassenrekord für 19-Jährige (7:52,02 Minuten).

Anders als am Tag zuvor bestritt er am Freitag nur ein Rennen und konnte so diesmal auch seiner Favoritenrolle gerecht werden. Über 100m Rücken gewann der Olympiastarter vom Potsdamer SV in 55,12 Sekunden den Titel vor Marvin Dahler (VfL Sindelfingen/55,23). Bei den Frauen war Nina Kost (SV Nikar Heidelberg) in 1:00,67 Minuten erfolgreich, die aufgrund ihrer doppelten Staatsbürgerschaft in diesem Jahr bereits den Schweizer Titel holte und auf einen Olympiastart für die Eidgenossen hofft. Ihren zweiten Titel sicherte zudem Leonie Märtens (SC Magdeburg). Nach dem Erfolg über 1500m Freistil vom Vortag entschied die 17-Jährige nun auch das Rennen über 400m Freistil in 4:12,26 Minuten für sich.

Gerätturnen

Lukas Dauser vom TSV Unterhaching hat sich zum zweiten Mal in seiner Karriere nach 2017 den deutschen Meistertitel im Mehrkampf gesichert. Beim Wettkampf in der Dortmunder Westfalenhalle ließ der 27-Jährige mit 82,75 Punkten den Erfurter Nils Dunkel (80,40) hinter sich. Titelverteidiger Andreas Toba aus Hannover stürzte im letzten Durchgang bei einem Flugelement vom Reck und wurde mit 80,20 Punkten Dritter. Im April hatte Dauser bei den Europameisterschaften in Basel Bronze am Barren gewonnen. Auch diesmal war es die Übung an seinem Spezialgerät, die dem Weltmeisterschaftsfinalisten mit dem Tageshöchstwert von 15,250 Punkten die Tür zum Sieg öffnete. Am Wochenende folgen die Gerätfinals. Die Meisterschaften sind für die Turner*innen gleichzeitig erste Olympia-Qualifikation. „Ich habe mich erst einmal darüber gefreut, einen echt guten Wettkampf geturnt zu haben“, sagte Dauser nach der Siegerehrung. „Dass das auch noch für Gold gereicht hat, ist eine coole Sache.“

Reiten

Jessica von Bredow-Werndl und Sophie Hinners heißen die ersten deutschen Meisterinnen bei den Titelkämpfen der Dressur- und Springreiter*innen im Rahmen der Finals in Balve. Von Bredow-Werndl siegte wie im Vorjahr im Dressurwettbewerb. Mit ihrer Stute Dalera erhielt die 35-Jährige aus dem bayerischen Tuntenhausen 84,883 Prozent. Isabell Werth kam als Zweite mit Bella Rose (83,902) auf den zweiten Platz. Dritte wurde Dorothee Schneider aus Framersheim mit Showtime (80,275). „Ich habe es spannender gemacht als geplant. Aber neue und alte Meisterin hört sich gut an“, sagte die Siegerin. Sophie Hinners (Dagobertshausen) war die beste Springreiterin. Die 23-Jährige gewann mit Vittorio, nachdem sie als einzige Starterin in drei Runden fehlerfrei geblieben war. Zweite wurde Katrin Eckermann aus Sassenberg auf Cascadello-Boy mit einem Strafpunkt.

Wasserspringen

Tina Punzel (Dresdner SC 1898) vom 3m-Brett sowie das Duo Martin Wolfram (Dresdner SC 1898) und Moritz Wesemann (SV Neptun Aachen) im 3m-Synchron-Wettbewerb haben am Freitag bei den deutschen Meisterschaften der Wasserspringer in Berlin die Goldmedaillen gewonnen.

Punzel siegte vom 3m-Brett mit 335,35 Punkten vor EM-Finalistin Lena Hentsche(Berliner TSC/300,65) und Julia Deng (SV Halle/290,25) und präsentierte sich in allen fünf Runden äußerst stabil. Bereits im Vorkampf am Donnerstag hatte die 25-Jährige mit 332,25 Punkten ihr EM-Ergebnis aus Budapest (330,85) übertroffen und setzte am Freitag im Finale einen drauf. Mit ihrem sechsten DM-Titel vom 3m-Brett machte sie in dieser Disziplin das halbe Dutzend voll. „Der Titel ist verbunden mit der Olympiaqualifikation“, sagte Punzel, die jetzt auf die offizielle Nominierung für die Olympischen Spiele in Tokio hofft. „Nach den Finals gibt es für uns keinen Wettkampf mehr. Ich habe am 3m-Finaltag Geburtstag und möchte mir selbst das Geschenk machen, dort im Finale zu springen“, sagte Punzel.

Bei den Männern ging der Titel im 3m-Synchronspringen überraschend an Martin Wolfram (Dresdner SC 1898) und Moritz Wesemann (SV Neptun Aachen). Das Duo siegte mit 424,38 Punkten vor Patrick Kreisel und Lou Massenberg (Berliner TSC/396,18) und dem favorisierten Duo Patrick Hausding mit seinem Partner Lars Rüdiger (beide Berliner TSC/ 391,29).

Den Vorkampf am Donnerstag hatten Hausding und Rüdiger überlegen gewonnen und mit 443,04 Punkten ihre bisherige Bestleistung um knapp zehn Punkte verbessert. Auch im Finale lagen sie in den ersten drei Runden voll auf Kurs. Dann rutschte Hausding beim 3,5-fachen Auerbachsalto mit einem Bein aus der Hocke, geriet ins Trudeln und klatschte ins Wasser. „Wenn man nur noch ein Bein in der Hand hat, ist es normal, dass man aus der Achse fliegt und es einen völlig auseinanderzieht durch die Kräfte, die da wirken“, meinte er. „Das ist mir bei dem Sprung das letzte Mal vor zwölf Jahren passiert. Das ist natürlich etwas unglücklich, dass es jetzt genau im Live-Fernsehen zur Olympiaqualifikation im Finale passieren muss, aber so ist es eben“, so Hausding. Dank des Vorsprungs aus dem Vorkampf lösten beide dennoch  das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio.

Taekwondo

Ex-Weltmeister Alexander Bachmann aus Stuttgart hat bei den deutschen Meisterschaften im Rahmen der „Finals 2021 – Berlin I Rhein-Ruhr“ den Titel in der Gewichtsklasse über 80 Kilogramm gewonnen. Der 26-Jährige siegte im Finale souverän gegen Vorjahressieger Marc Lenkewitz aus Ahlen. „Die Beine waren etwas müde. Aber insgesamt habe ich es ganz gut gemeistert“, sagte Bachmann in der ARD. Im Frühjahr hatte sich Bachmann mit dem Coronavirus infiziert und seitdem nur wenige offizielle Kämpfe bestritten. Bachmann hat sich als einziger Athlet der Deutschen Taekwondo Union (DTU) für die Sommerspiele in Japan qualifiziert.

Rhythmische Sportgymnastik

Sechs Entscheidungen gab es am Freitag bei den „Finals“ in der Dortmunder Westfalenhalle in der Rhythmischen Sportgymnastik. Die  deutsche Mehrkampfmeisterin Margarita Kolosov gewann auch mit Reifen (19,40), Ball (23,325), Band (18,85) und Keulen (20,55). Letzteren Titel musste sich die im Leistungszentrum Schmiden übende Potsdamerin jedoch mit ihrer dortigen Trainingskollegin Melanie Dargel (TG Worms) teilen. Beide Gymnastinnen werden den Deutschen Turner-Bund (DTB) bei den Europameisterschaften in der nächsten Woche in Varna/Bulgarien vertreten. Von den Bronzeplaketten gingen je zwei an die beiden Bremerinnen Sandy Kruse und Julia Stavickaja.

Zuvor hatte der TV Dahn den „Hattrick“ geschafft, wie Gruppenmitglied Marlene Kriebel es ausdrückte, und sich nach dem Zweikampftitel vom Mittwoch auch die beiden übrigen Goldmedaillen mit fünf Bällen (16,175) sowie Reifen und Keulen (16,425) gesichert. „Absoluter Wahnsinn“, kommentierte die 22-Jährige. Die Pfälzerinnen konnten an ihre Qualifikationsleistungen anknüpfen, während den Formationen dahinter mehr Fehler unterliefen.

Kanu-Polo

Der Deutsche Meister hat das Double klargemacht. Der WSF Liblar feierte am Freitag im Rahmen der „Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“ einen souveränen Pokalerfolg. Der amtierende Meister setzte sich in Duisburg gegen den 1. Meidericher KC mit 4:1 (1:0) durch. Der Vizemeister aus dem Duisburger Stadtteil Meiderich konnte damit seinen Heimvorteil nicht nutzen. Die größere Erfahrung des WSF Liblar, mit sechs Nationalspielern in den eigenen Reihen, entschied in der zweiten Halbzeit das Endspiel um den Pokal.

„Wir wollten das Ding unbedingt gewinnen. Wir haben uns entsprechend vorbereitet und sind sehr konzentriert in das Spiel gegangen“, sagte Liblars Spielertrainer Jonas Vieren. In der jungen Meidericher Mannschaft fehlten corona-bedingt drei englische Spieler. Am Samstag tragen um 10:15 Uhr, ebenfalls auf der Vereinsanlage des ASC Duisburg, die Frauen ihr Pokalfinale im Kanu-Polo aus. Gegner sind dann der ACC Hamburg und der KCNW Berlin.

Bild: Tina Punzel ist deutsche Meisterin. Foto: Jo Kleindl

 


Tischtennis-Ass Patrick Franziska: „Die Finals sind super für uns"

Die Finals, 04.06.2021

Im Rahmen der „Finals 2021 Berlin | Rhein Ruhr“ findet am Sonntag (6. Juni, Helmut-Körnig-Halle in Dortmund, 10.45 Uhr) das Finale der Liebherr-Tischtennis-Bundesliga statt. Titelverteidiger 1. FC Saarbrücken TT und Rekordmeister Borussia Düsseldorf kämpfen um den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters. Olympia-Teilnehmer Patrick Franziska (28 Jahre) spricht im Interview über die Berg- und Talfahrt des FCS in der Hauptrunde, die Teilnahme an den Finals und natürlich das Endspiel gegen Rekordmeister Borussia Düsseldorf.

Patrick Franziska, wenn ich Sie gleich zu Beginn darauf hinweise, dass Borussia Düsseldorf von wettbewerbsübergreifend 34 Spielen in dieser Saison 32 gewonnen hat, dann denken Sie ...

... dass sie eins von den beiden anderen gegen uns verloren haben! Aber natürlich, es stimmt schon: Die Borussia ist bislang in dieser Saison das Maß aller Dinge. Die Mannschaft hat durch die Bank sehr konstant gespielt. Nicht nur Timo Boll hat gepunktet, vor allem Anton Källberg, aber auch Kristian Karlsson und Ricardo Walther haben sich sehr stark und souverän präsentiert.

Sie sprechen den 3:0-Sieg des 1. FC Saarbrücken TT im vergangenen November in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) an, bei dem Sie selbst mit 3:0 gegen Timo Boll gewonnen haben. Woran lässt sich rückblickend der Sieg Ihrer Mannschaft festmachen?

3:0, klar. Aber es waren trotzdem drei enge Spiele. Wir waren damals hochmotiviert, schließlich standen wir in der Liga mit dem Rücken zur Wand. Wir mussten um den Platz in den Play-offs kämpfen – und waren genau deshalb vielleicht den entscheidenden Tick heißer und motivierter. Mit der Situation im Finale lässt sich dieses Spiel daher nicht vergleichen, da werden beide Mannschaften auf den Punkt konzentriert sein.

Zum Jahreswechsel stand Saarbrücken nicht auf einem Play-off-Platz. Was hat Ihr Team in den vergangenen Monaten besser gemacht als in der ersten Saisonhälfte?

Es ist ja nicht so, dass wir zu Saisonbeginn schlecht gespielt hätten. Aber wir haben es damals einfach nicht geschafft, die Spiele konsequent nach Hause zu bringen. Wir lagen oft in Führung, haben am Ende aber verloren. Umso glücklicher bin ich, dass es nun vor allem im Halbfinale gegen Ochsenhausen umgekehrt lief. Insbesondere im ersten Duell haben wir uns stark zurückgekämpft und waren am Ende der glückliche Sieger.

Gab es in dieser Situation auch mal ein Machtwort vom Kapitän?

Machtwort vielleicht nicht. Aber natürlich haben wir uns intern oft unterhalten. Ich kann mich etwa an das Spiel in Neu-Ulm erinnern, auch da haben wir eine Führung verspielt. Anschließend haben wir uns zusammengesetzt und über die Gründe gesprochen. Und wir haben gemeinsam überlegt, wie wir die Kurve kriegen können. Wichtig war zu diesem Zeitpunkt, wieder den richtigen Spirit zu entwickeln. Wir sind der Titelverteidiger, und so wollten wir auch wieder auftreten. Mit viel Selbstbewusstsein.

Worauf wird es am Sonntag im Liebherr TTBL-Finale ankommen?

Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir in Bestform sein. Düsseldorf wird schließlich mit unheimlich viel Selbstbewusstsein antreten. Für uns wird es daher wichtig, dass wir wieder den Kampfgeist an den Tag legen, der uns zuletzt in den Halbfinals gegen Ochsenhausen ausgezeichnet hat. Wir müssen die richtige Einstellung zeigen und alles in dieses Spiel reinlegen.

Die bis dato letzten Pflichtspiele für beide Teams und ihre Spieler liegen schon eine ganze Weile zurück. Wie wirkt sich das auf das Duell am Sonntag aus?

So eine lange Pause wie die derzeitige ist ungewohnt, ganz klar. Trotzdem sind wir nicht untätig, persönlich etwa war ich die vergangenen fünf Wochen gefühlt täglich in der Halle und habe gearbeitet. Um den Wettkampf-Rhythmus zu bekommen, spielen die Düsseldorfer das Düsseldorf Masters, und auch wir haben den einen oder anderen Wettkampf gespielt. Ich bin mir sicher, dass beide Teams alles unternehmen, um am Sonntag in bestmöglicher Verfassung zu sein.

In starker Verfassung präsentierte sich zuletzt vor allem Darko Jorgic, der in den Halbfinals sogar jeweils als Nummer eins aufgeboten worden war. Was zeichnet ihn in den vergangenen Monaten aus?

Darko hat einen riesigen Schritt gemacht. Er ist an der Verantwortung gereift, die man als Einser übernimmt. Ähnlich war es bei Anton Källberg in Düsseldorf zu beobachten. Und dann hat er sich auch noch in einen Flow gespielt – und plötzlich gelingen Dinge, die sonst nicht unbedingt funktionieren. Das gibt dann noch einmal ein Extra-Selbstvertrauen. Und dass Darko super spielen kann, wussten wir natürlich schon vorher.

Effekt dieser Aufstellung war, dass Sie im Doppel mit Shang Kun gespielt haben ...

Wir harmonieren sehr gut. Shang Kun ist chinesischer Meister im Doppel, und ich habe ja auch schon den einen oder anderen Titel gewonnen. Ob diese Aufstellung aber eine Option für das Finale ist, kann und will ich nicht verraten. Denn gegen Düsseldorf muss man erst mal in das Doppel kommen.

Das Liebherr TTBL-Finale ist erstmals ein Teil von „Die Finals“ und wird daher von ARD und ZDF gezeigt. Wie bewerten Sie diesen Umstand in seiner Bedeutung für den Tischtennis-Sport?

Das ist super für unseren Sport und der richtige Weg. Generell halte ich viel von diesem Format, da hier viele Sportarten, die sonst nicht so oft im Rampenlicht stehen, eine große mediale Präsenz erreichen. Wir haben im letzten Jahr schon bei der Eurosport-Übertragung des Liebherr TTBL-Finals 2020 gesehen, wie groß die Resonanz ist. Daher freue ich mich nun auf „Die Finals“ – und wir werden alles geben, damit es am 6. Juni ein Tischtennis-Fest wird.

Patrick Franziska in Aktion. Foto: BeLa Sportfoto

 


Die Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr: Erster Tag, erste Entscheidungen

Die Finals, 03.06.2021

„Die Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“ haben begonnen – die ersten Entscheidungen sind am Donnerstag bereits gefallen. Bis zum Sonntag werden in 18 Sportarten 140 Deutsche Meistertitel vergeben. ARD und ZDF übertragen „Die Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“ mehr als 25 Stunden in ihren Programmen.

Gerätturnen

Elisabeth Seitz hat am Donnerstag zum achten Mal in ihrer Karriere die deutschen Meisterschaften im Mehrkampf gewonnen. Die Stuttgarterin verwies bei den Titelkämpfen in der Dortmunder Westfalenhalle im Rahmen der „Finals 2021 – Berlin I Rhein-Ruhr” mit 53,50 Punkten die frühere Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer aus Chemnitz (53,40) und Titelverteidigerin Sarah Voss aus Köln (53,00) auf die weiteren Podestplätze. Für Seitz war es der 23. nationale Titel. Die Meisterschaften in Nordrhein-Westfalen sind für die Turnerinnen und Turner zugleich als erste Olympia-Qualifikation. Vier Tickets gibt es für die Spiele in Tokio. Die Entscheidung fällt nach einer weiteren Überprüfung am 12. Juni in München.

Schwimmen

Zu Beginn der Deutschen Meisterschaften im Schwimmen in Berlin feierte Angelina Köhler einen versöhnlichen Triumph gegen das Coronavirus. Die 20-Jährige von Hannover 96 sicherte sich am Donnerstag in 58,42 Sekunden den Titel über 100m Schmetterling, nachdem eine Coronainfektion im April die Olympiaqualifikation für Tokio (Japan) noch verhindert hatte. „Endlich bin ich Deutsche Meisterin geworden, das war schon seit langem mein Ziel und bedeutet sehr, sehr viel für mich“, sagte Köhler, die in Berlin sogar Tokio-Starterin Lisa Höpink (SG Essen/58,68) hinter sich ließ.

Bei den Männern ging der Meistertitel in dieser Disziplin an Ramon Klenz (SG Neukölln), der in 52,88 Sekunden vor Björn Kammann (AMTV-FTV Hamburg/52,97) anschlug. „Ich freue mich auf jeden Fall über diesen Erfolg“, sagte der Sportsoldat, dessen Tokio-Traum nach einer Coronainfektion und einem Autounfall im April ebenfalls geplatzt war.

Für die größte Überraschung des Tages sorgte Timo Sorgius. Der 18-Jährige von der SSG Leipzig siegte über 200m Rücken in 2:00,76 Minuten. Hier war Christian Diener (Potsdamer SV) haushoher Favorit gewesen, doch an seinem 28. Geburtstag wurde der Olympiastarter überraschend nur Fünfter (2:02,78). Grund dafür war sein heftiges Wettkampfprogramm, nur acht Minuten vorher hatte der Feuerwehrmann auch das Finale über 100m Schmetterling bestritten. „Da hatte mein Trainer ein besonderes Geschenk für mich, der Tank war jedenfalls plötzlich leer“, sagte Diener anschließend mit einem Augenzwinkern.

Sehr belastbar ist Zoe Vogelmann (SV Nikar Heidelberg). Beim Sieg über 400m Lagen mit einer Zeit von 4:41,32 Minuten zeigte die 17-Jährige, dass Finalplatz sieben bei der EM in Budapest (Ungarn) kein Zufall war und von ihr auch in Zukunft noch einiges erwartet werden darf. Bei den Männern setzte sich Danny Schmidt über 400m Lagen in 4:19,02 Minuten durch. Der 20-Jährige von der SG Frankfurt war im Vorjahr in die Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn gewechselt.

Einen großen Schritt nach vorn vollzog auch Leonie Märtens beim Sieg über 1500m Freistil (16:34,15 Minuten) verbesserte die 17-Jährige vom SC Magdeburg ihre Bestzeit um über zehn Sekunden. Leonie ist die Schwester von Lukas Märtens, der sich als Aufsteiger des Jahres mit gerade einmal 19 Jahren zuletzt für drei olympische Einzelrennen qualifiziert hatte. „Für 2024 ist geplant, dass mein Bruder und ich zusammen zu Olympia fahren. Das wäre cool, wenn das klappt, meine ganze Familie würde mitfiebern.“

Triathlon

Der TV Buschhütten hat die deutsche Meisterschaft in der Staffel gewonnen. Olympia-Teilnehmer Justus Nieschlag brachte am Donnerstag in Berlin den Sieg für seine Mannschaft sicher ins Ziel. Zuvor hatten sich Lena Meißner, Lasse Lührs und Lisa Tertsch lange ein enges Rennen mit Triathlon Potsdam geliefert. Meißner war dabei das Missgeschick passiert, als erste ihres Teams einen Frühstart im Schwimmbecken zu verursachen. Dafür kassierte sie eine Strafe von zehn Sekunden. Nieschlag gelang es als Schlussstarter, im Schwimmen und auf dem Rad einen entscheidenden Vorsprung gegen seinen Potsdamer Konkurrenten Justus Töpper herauszuarbeiten. Am Ende lag das Buschhüttener Quartett 37 Sekunden vor dem Team aus Potsdam, zu dem neben Töpper die WM-Dritte Laura Lindemann, Jonas Schomburg und Nina Eim gehörten. Dritte wurde die Staffel des Triathlon Teams DSW Darmstadt mit einem Rückstand von 1:39 Minuten. Jede Athletin und jeder Athlet musste 250 Meter schwimmen, 4950 Meter auf dem Rad fahren und 1400 Meter laufen.

Kanu

Bei der ersten Entscheidung im Kanu-Rennsport im Rahmen der „Finals 2021 – Berlin I Rhein-Ruhr“ ging die Goldmedaille im K2 an Julia Hergert (Magdeburg) und Kostja Stroinski (Berlin). Das Ost-Duo legte einen furiosen Start hin und siegte nach 160 Metern vor dem Essener Boot mit Tobias Pascal-Schulz und Katharina Köther. „Wir hatten zwei kleine Wackler dabei und wären fast ins Wasser gefallen“, resümierte Julia Hergert. „Es war aber ein klasse Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem wir dann das Rennen für uns entscheiden konnten.“ Dies ergänzte Stroinski: „Das war ein echt schönes Rennen und diese Mixed Rennen machen wirklich Spaß. Dieses Format könnte man gerne mehr etablieren. Ich bin ein Fan davon.“ Olympiasiegerin Franziska John, die nach der Geburt ihrer Zwillinge in Duisburg erstmals wieder paddelte, und Bootspartner Max Zaremba fehlten drei Zehntel zum Einzug ins Finale. Im kleinen Finale paddelten John und Zaremba zur Bronzemedaille vor dem Lokalmatador  aus Duisburg Tom Maaßen, der zusammen mit der Potsdamerin Katherina Diederichs im Zweier startete.

Im Parallelsprint über 160 Meter sicherte sich im Kajak-Einer Paulina Paszek (Hannoverscher KC) die Deutsche Meisterschaft. Sie bezwang im Finale Xenia Jost (Rheinbrüder Karlsruhe). Bei den Männern war Nico Pickert (LDK Bochum) im Einer-Canadier auf der kurzen Strecke auch von Moritz Adam (SC Berlin-Grünau) im Endlauf um den Titel nicht zu schlagen. Auf Platz drei bei den Damen kam Katharina Köther aus Essen. Olympiasiegerin Franziska John belegte Rang vier. Bei den Männern ging Bronze an Olympiasieger und Vorjahresfinalist Peter Kretschmer (DHfK Leipzig), der im „kleinen Finale“ Jan Vandrey (KC Potsdam) hinter sich ließ.

Das Format, Parallelsprint mit nur zwei Konkurrenten im direkten Vergleich sagt dem neuen Deutschen Meister Nico Pickert ausgesprochen zu: „Ich würde mich freuen, wenn wir das öfter machen. Von mir auch mal im Zweier.“ Silbermedaillen-Gewinner Peter Kretschmer (DHfK Leipzig) sah die Rennen von Duisburg als optimal, um sich einmal im direkten Vergleich zu messen: „Die Rennen Eins gegen Eins sind außerdem für die Zuschauer recht attraktiv.“

Anja Adler und Katharina Bauernschmidt sind die ersten Deutschen Meisterinnen im Kanu bei den „Finals 2021 Berlin I Rhein-Ruhr“. Am Donnerstag setzte sich Parakanutin Anja Adler vom SV Halle in der Kajak-Sprintdisziplin über 160 Meter gegen Edina Müller (37) vom Hamburger KC durch. In der Para-Kanu-Disziplin Va’a (Kanu mit Ausleger) gab es einen echten Heimerfolg auf der Wedau-Bahn in Duisburg. Katharina Bauernschmidt (31) war als „Local Hero“ von Herausforderin Annette Kummer (55) aus Potsdam nicht zu bezwingen. Zum ersten Mal gehörten die Para-Kanu-Wettbewerbe zum Programm der Finals. Die Starterinnen hoffen, dass es nicht das letzte Mal sein wird. „Die Finals sind etwas Einzigartiges. Ich hoffe, dass sich das Erlebnis für uns alle wiederholen kann und wird“, sagte Katharina Bauernschmidt.

Stand-Up-Paddling

Bei den Stand-Up-Paddlern verteidigte Normen Weber (Augsburg) seinen Titel. Im SUP Cross setze sich der 35-jährige Bundeswehrsoldat auf einem Zickzack-Kurs gegen Hermann Husslein, Peter Weidert (beide Hanau) und Steven Bredow (Brandenburg) durch. „Da Ich gerade von einer fünfwöchigen Bundeswehrübung zurückgekommen bin, konnte ich nicht wie gewohnt trainieren, aber kurze Distanzen kann ich aktuell sehr schnell fahren”, sagte Weber nach seinem Sieg. Mitfavorit Ole Schwarz (Bonn) schied bereits im Zwischenlauf nach einer Kenterung aus.

Rhythmische Sportgymnastik

Margarita Kolosov ist neue Deutsche Meisterin in der Rhythmischen Sportgymnastik im Mehrkampf. Die in Schmiden trainierende Potsdamerin dominierte bei den Finals in der Dortmunder Westfalenhalle die Konkurrenz und verwies mit 77,050 Punkten Melanie Dargel von der TG Worms (68,35) und Sandy Kruse (Bremen 1860/57,825) auf die Plätze. Trotz ihres Triumphes zeigte sich Kolosov nicht glücklich mit ihren Leistungen. „Ich weiß, dass ich es viel besser kann“, sagte die 17-Jährige, die in der kommenden Woche an den Europameisterschaften in Varna/Bulgarien teilnehmen wird. Wirklich erklären konnte sich die Favoritin die vielen Unsicherheiten nicht. „Es ist natürlich eine andere Halle als zu Hause; daran muss man sich erst gewöhnen.“ Melanie Dargel fand die Kulisse in der riesigen Westfalen-Halle auch ohne Zuschauer „aufregend“, zumal es für die Debütantin bei den Aktiven die erste deutsche Meisterschaft seit 2018 war.

Foto: Oliver Strubel

 

 

 


die finals 2020 teaser turnen

ZDF-Turn-Experte Ronny Ziesmer im Interview

Die Finals, 03.06.2021

Seit 2008 kommentiert Ronny Ziesmer als Experte im ZDF die Turnwettkämpfe. Die „Finals 2021 Berlin | Rhein Ruhr“ im Gerätturnen wird der 41-Jährige wieder mit Alexander Ruda fachkundig analysieren. Ziesmer war selber Deutscher Meister im Mehrkampf. In der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2004 in Athen stürzte der Cottbuser schwer und ist seitdem querschnittgelähmt. Die Wettbewerbe in der Dortmunder Westfalenhalle sind gleichzeitig die erste Olympia-Qualifikation. Am 12. Juni folgt in München die zweite und letzte nationale Qualifikation für die Reise nach Tokio.

Ronny Ziesmer, wie viele andere Sportarten ist auch das Gerätturnen während der Corona-Pandemie zum Erliegen gekommen. Was erwarten Sie von den deutschen Meisterschaften im Rahmen der „Finals 2021 Berlin | Rhein Ruhr“ in Dortmund?

Das werden nach der langen Wettkampfpause besondere Meisterschaften. Ich war zwar Ende April für das ZDF auch bei den Europameisterschaften in Basel, musste mich aber auch erst wieder ein bisschen hineinfuchsen – gerade bei den Frauen. Ähnlich wird es jetzt den Aktiven gehen. Diese lange Wettkampfpause war schon für viele sehr ungewöhnlich – keiner weiß deshalb so richtig, was auf ihn zukommt. Die Erwartungshaltungen werden weit auseinander gehen. Ich denke, dass die EM-Starter deshalb einen kleinen Vorteil haben, weil sie schon auf großer Bühne einmal turnen konnten. Gerade im Turnen kommt es ja nicht nur auf die Physis sondern auch die Psyche an.

Bei der EM wurde Andreas Toba Zweiter am Reck und Lukas Dauser holte die Bronzemedaille am Barren. Wen haben Sie noch auf dem Zettel?

Mit Lukas Dauser (Anm. der Red.: Berlin) und Andreas Toba (Hannover) muss man in Dortmund unbedingt rechnen – ich gehe auch davon aus, dass beide in der Mannschaft für Tokio stehen werden. Nick Klessing (Halle), Felix Remuta (Unterhaching) und Karim Rida (Berlin) sind weitere Namen, die eine Rolle spielen können. Auch Marcel Nguyen (Unterhaching) hätte sicher dazugehört. Sein Ausfall nach seinem Kreuzbandriss ist ein herber Schlag. Dauser, Toba, Klessing, Remuta und Rida könnten der Kern der Mannschaft sein. Was die Genannten derzeit für eine Leistung abrufen können, ist aber nicht zu prognostizieren. Ich denke, es wird in Dortmund und eine Woche später deshalb vor allem darum gehen, sich gut zu präsentieren, damit der neue Bundestrainer Waleri Belenki eine starke Mannschaft für die unmittelbare Olympia-Vorbereitung bilden kann. Da wird es sicherlich einen größeren Kreis geben – so acht bis zehn Turner. In Kienbaum wird es dann um den Feinschliff für Tokio gehen.

Wo steht das deutsche Turnen nach dem Ende der Ära, die Fabian Hambüchen mit der Goldmedaille am Reck bei den Olympischen Spielen in Rio über ein Jahrzehnt mitgestaltet und geprägt hat?

Einen Fabian Hambüchen zu ersetzen, ist natürlich schwer. So einen Turner gibt es zurzeit nicht. Auf der anderen Seite hat Lukas Dauser eine Weltklasse-Übung am Barren. Erwischt er einen guten Tag, kann er um die Medaillen mitturnen. Es gibt also Möglichkeiten. Die Konkurrenz ist aber groß – in Europa hat sich neben Russland zum Beispiel die Türkei sehr gut entwickelt.  Natürlich sind dann die Top-Turner aus Japan, China und Korea zu beachten. Und aus den USA.

Was trauen Sie den deutschen Frauen in Tokio zu?

Ich weiß, dass die Frauen sehr gut in der „Zwangspause“ gearbeitet haben – das ließ sich über Social Media gut verfolgen. Bei der EM, bei der die Russinnen einen starken Eindruck hinterlassen haben, konnten sie sich gut präsentieren. Aber das war Europa – bei den Olympischen Spielen kommen noch die starken Amerikanerinnen hinzu. China und Brasilien haben auch einige ganz starke Turnerinnen. Es sind einige gute Übungen vorhanden – aber bei Olympia muss alles passen. Und noch mehr.

Sie haben einige Zeit als Handbiker auf sich aufmerksam gemacht, 2018 zudem an den Para-Leichtathletik-Europameisterschaften im Keulenwurf teilgenommen. Wie ist der aktuelle Stand?

Handbiken ist Ausdauersport, das liegt mir als ehemaliger Turner nicht so. Deshalb bin ich zur Leichtathletik gewechselt und nutze das Handbike nur noch zum Kompensationstraining. In der Leichtathletik bin ich unter die Werfer gegangen und trainiere mit der Keule, da ich keine Fingerfunktionen habe.

Sind die Paralympics in diesem Jahr in Tokio ein Thema für Sie?

Nein, das ist kein Thema, da sind die Normen noch zu schwierig, da komme ich nicht ran. Da muss ich noch eine Weile trainieren, damit das mal klappt. Das Erreichen des sportlichen Zenits ist aber schon ein Thema und Traum für mich – vorausgesetzt der Körper macht weiterhin das Training mit und die Umfeld-Bedingungen hier in Cottbus sind weiter vorhanden. Dafür trainiere ich jeden Tag. Der Weg ist das Ziel.